In China bricht die Hölle los…

Vor dem Hintergrund des Dramas in der Ukraine geraten derzeit einige wichtige globale Entwicklungen ins mediale Abseits. Dabei könnten sich im Windschatten des Ukraine-Krieges gerade sehr bedeutende Weichenstellungen ankündigen…
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Von Tyler Durden, Montag, 14. März 2022, für www.zerohedge.com.

Im Brotkorb der Welt tobt der Krieg. Das Risiko eines 3. Weltkriegs ist so hoch wie seit der Kubakrise von 1962 nicht mehr. Rohstoffe erreichen nahezu täglich neue Höchststände. Die Inflation (selbst die verwässerte Version des Verbraucherpreisindex) wird in wenigen Monaten 10,00 Prozent erreichen, und die US-Notenbank beeilt sich, die Zinsen so stark anzuheben, dass die USA in eine vorprogrammierte Rezession stürzen werden.

Dabei hofft die Fed offenbar, eine „weiche Landung“ hinzubekommen, obwohl die Fed-Funds-Futures bereits eine harte Landung und Zinssenkungen um mindestens 50 Basispunkte signalisieren.

Bei all dem ist völlig in Vergessenheit geraten, dass es ja auch noch China gibt:

Das Land, das die Welt während der Finanzkrise quasi im Alleingang aus der Depression geführt hatte, hat nicht nur nichts in Ordnung gebracht. Im Gegenteil: Alles wurde noch viel schlimmer. Einige Eckdaten:

  1. Derzeit steht China am Rande der größten Covid-19-Krise seit dem Ausbruch von Wuhan 2020. Die Zahl der Fälle explodiert:

Das Land bemüht sich, den schwersten Covid-19-Ausbruch seit zwei Jahren in den Griff zu bekommen. Der sprunghafte Anstieg der Fälle in einer neuen Welle hat die Regierung veranlasst, seine Null-Covid-Politik zu ändern, indem Antigen-Schnelltests für die Öffentlichkeit zugelassen wurden. Nachdem an zwei aufeinanderfolgenden Tagen die Zahl von 1.000 Fällen überschritten wurde, stieg die Zahl der neuen, lokal übertragenen Fälle auf mehr als 3.100 an. Grund war ein Anstieg der symptomatischen Infektionen, wie die Nationale Gesundheitskommission am Sonntag mitteilte. Gleichzeitig meldeten 16 Provinzen sowie die vier Millionenstädte Peking, Tianjin, Shanghai und Chongqing neue Coronavirus-Infektionen.

Wegen des jüngsten Corona-Ausbruchs hat die Regierung die 17,5-Millionen-Stadt Shenzhen, die auch als Chinas Silicon Valley bekannt ist, geschlossen. Der Zugang wurde durch die Einstellung des Busverkehrs eingeschränkt. Alle Unternehmen mit Ausnahme derer, die Lebensmittel, Treibstoff und andere Güter des täglichen Bedarfs liefern, wurden angewiesen, ihre Läden zu schließen oder von zu Hause aus zu arbeiten. Dazu gehört auch Foxconn, der chinesische Ableger von Apple:

Weil der Hafen von Shenzhen – einer der weltweit verkehrsreichsten Containerumschlagplätze – ebenfalls geschlossen wurde, ist mit einem neuen Chaos in den transpazifischen Lieferketten zu rechnen. Gleichzeitig erden die transatlantischen Lieferketten durch den Ukraine-Krieg lahmgelegt. Betroffen ist jetzt demnach der gesamte globale Seeverkehr.

  1. Chinesische Aktien stürzen ab:

Der Hang Seng Tech-Index ist seit seinem Höchststand im vergangenen Jahr bereits um 61 Prozent eingebrochen. Der Nasdaq Golden Dragon China Index, der in den USA gehandelten Aktien umfasst, ist mit einem Minus von 68 Prozent sogar noch stärker kollabiert. Noch ein oder zwei schlechte Tage und der Index könnte den 72prozentigen Einbruch während der Finanzkrise von 2008 übertreffen. In den USA waren chinesische ADRs am vergangenen Freitag an einem einzigen Tag um 10,0 Prozent eingebrochen. Es war der schlimmste Ausverkauf seit 2008.

Forciert wurden die Verkäufe, nachdem die SEC fünf chinesische Unternehmen auf die Liste jener Unternehmen gesetzt hatte, deren Börsennotierung ausgesetzt werden könnte, falls diese sich weigern sollten, amerikanischen Wirtschaftsprüfern ihre Bücher vorzulegen. Investoren befürchten, dass auch die betroffenen ADRs vom Handel ausgesetzt oder ganz entfernt werden.

„Der Markt ist sehr panisch“, bemerkte Paul Pang von Pegasus Fund Managers. Das Investmenthaus hatte jüngst fast alle seine Anteile an der Alibaba Group verkauft. „Sanktionen gegen China sind nicht unmöglich, wenn China sich weigert, im Krieg in der Ukraine Partei zu ergreifen. Tech-Aktien gehören zu den riskanten Namen, die im Kreuzfeuer der zunehmenden Spannungen zwischen China und den USA stehen.“

Die Angst vor einem neuen regulatorischen Durchgreifen Pekings ist in jüngster Zeit eskaliert, da die politischen Entscheidungsträger weitere Einschränkungen für Online-Spiele vorgeschlagen haben.

Die bisherigen Geschäftsergebnisse konnten die Sorgen über die Wachstumsaussichten angesichts der schwächelnden Verbrauchernachfrage in China nicht zerstreuen.

Demzufolge ist der Hang Seng Tech Index einer der weltweit schlechtesten Tech-Indizes seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine. Allein im März ist das Barometer um satte 17 Prozent eingebrochen. Es war der größte monatliche Rückgang aller Zeiten.

Die atemberaubende Wertentwicklung des Index seit dem Jahr 2001 zeigt die folgende Grafik. Im unteren Teil der Abbildung sind die prozentualen Verluste der Abwärtsphasen als rot markierte Flächen dargestellt. Demnächst könnte der Negativ-Rekord aus dem Jahr 2008 gebrochen werden.

„Wir können derzeit keine Anzeichen für eine Erholung erkennen“, erklärte Yan Kaiwen, Analyst bei China Fortune Securities. Der Markt sei wegen der höheren Preise für Öl und andere Rohstoffe besorgt über die Inflation, die sich negativ auf die Weltwirtschaft auswirken werde.

  1. Chinesische Anleihen stürzen ab:

Für aufmerksame Beobachter ist der Zusammenbruch des chinesischen Junk-Bond-Marktes, der eng mit dem chinesischen Immobiliensektor verbunden ist, zwar nichts Neues, doch zuletzt hatte der Kreditstress in China auf dem Offshore-USD-Markt einen neuen Höhepunkt erreicht: Die durchschnittlichen Junk-Renditen waren auf über 25 Prozent gestiegen. Das bedeutet, dass der Primärmarkt in absehbarer Zeit nicht mehr richtig funktionieren dürfte.

Die Ansteckung hat einige der großen Immobilienentwickler in riskante Wetten verwandelt. Der Luxusimmobilienentwickler Shimao Group, einst ein Vorbild für Chinas sicherere Bauträger, wurde innerhalb weniger Monate von Investment Grade auf Ramschniveau herabgestuft. Die Rating-Agenturen Moody’s und Fitch hatten die Einstufung auf „C“ gesenkt. Auch die Logan Gruppe wurde wegen nicht genannter Schulden und Bedenken hinsichtlich der Unternehmensführung herabgestuft.

Risse zeigen sich jetzt auch auf dem Markt für chinesische Staatsanleihen. Die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen kletterten auf 2,86 Prozent, es ist der höchste Stand in diesem Jahr und gleichzeitig ein Hinweis auf eine wachsende Kapitalflucht. Der Offshore-Kreditmarkt Chinas hat unterdessen mit Stufe 6 das höchstmögliche Niveau erreicht. Die folgende Grafik zeigt das:

  1. Chinas Immobiliensektor stürzt (immer weiter) ab:

Chinas Immobiliensektor wurde von mindestens 14 Zahlungsausfällen diverser Bauträger erschüttert, seitdem die Behörden im Jahr 2020 begonnen hatten, gegen übermäßige Kreditaufnahme und Spekulationen auf dem Immobilienmarkt vorzugehen, was schließlich zum historischen Zahlungsausfall des Evergrande-Konzerns führte.

Zwar signalisieren die politischen Entscheidungsträger jetzt mehr Toleranz für selektive Erleichterungen, indem sie den Kauf von Eigenheimen in weniger bedeutenden Städten fördern, die Hypothekenzinsen senken und mehr Bankkredite für Bauträger zulassen, doch gibt es kaum Anzeichen dafür, dass dies den Absatz ankurbeln wird. Diese Maßnahmen blieben bislang jedoch erfolglos, weil Chinas größte Bauträger in diesem Jahr einen Einbruch der Immobilienverkäufe in einem praktisch eingefrorenen Markt erleben.

So sind die Hausverkäufe in den ersten beiden Monaten dieses Jahres massiv eingebrochen. China Vanke etwa, nach Umsätzen der zweitgrößte Bauträger des Landes, verzeichnete einen Rückgang von 44 Prozent. Bei Country Garden Holdings, deren Dollar-Anleihen sich nahe an einem Rekordtief befinden, sank der Umsatz um 24 Prozent. Selbst bei der staatlichen China Overseas Land & Investment brach der Umsatz um 48 Prozent ein.

Nach dem Nationalen Volkskongress, der noch bis zum Wochenende läuft, werden weitere Anpassungen, so Nomura International HK. In der Folge erwarten die Analysten eine „unaufhaltsame Abwärtsspirale“. Man mache sich wachsende Sorgen, ob die politischen Änderungen wirksam und ausreichend sein werden, um eine weitere Korrektur der Immobilienverkäufe in der ersten Hälfte dieses Jahres zu verhindern, so die Analysten Jizhou Dong und Stella Guo Ende Februar in einer Notiz.

Die markanten Umsatzeinbrüche verschiedener chinesischer Immobilienentwickler während der ersten beiden Monate dieses Jahres zeigt die folgende Grafik:

  1. Die Kreditvergabe in China bricht ein:

Die chinesischen Kreditdaten für den Monat Februar fielen schwächer aus als erwartet, nachdem die Hypothekarkredite zum ersten Mal seit 15 Jahren zurückgegangen waren.

Nach einem Rekord-Januar verlangsamte sich das Kreditwachstum in China im Februar. Die längere Urlaubszeit und der einbrechende Immobilienmarkt führten dazu, dass viele Privatpersonen und chinesische Unternehmen weniger Kredite aufgenommen hatten.

Die Banken hatten im Februar mit 1,2 Billionen Yuan (194 Milliarden US-Dollar), deutlich weniger Kredite vergeben als noch im Januar mit rund 4,0 Billionen Yuan und auch deutlich weniger als im Februar vergangenen Jahres.

Ein Schlüsselindikator für Hypotheken auf Eigenheime war zum ersten Mal seit mindestens 15 Jahren unter die Null-Linie gefallen, obwohl sich die Zentralbank und andere Finanzinstitute bemühten, die Kreditaufnahme durch Zinssenkungen und niedrigere Anzahlungen anzukurbeln. Die folgende Grafik zeigt das:

Die neu aufgestockten mittel- und langfristigen Kredite an Nicht-Finanzunternehmen waren von 1,1 Billionen Yuan vor einem Jahr auf nur noch 505 Milliarden Yuan eingebrochen. Dies deutet darauf hin, dass die Unternehmen auch bei der Kreditaufnahme und bei Investitionen zurückhaltender werden.

Die schwachen Daten konterkarieren die im Vorjahresvergleich forcierten Anleiheverkäufe der Provinzen im Februar. Doch trotz dieser Bemühungen ist diese wichtige Quelle für die Finanzierung der Infrastruktur in diesem Jahr weitgehend ausgefallen.

„Das ist ein ziemlich schlechter Datensatz“, erläuterte Zhou Hao, Senior Economist für Schwellenländer bei der Commerzbank AG. Es fehle an Wachstumsimpulsen und auch die Nachfrage der Realwirtschaft sei schwach. Die chinesische Notenbank müsse die Zinsen daher schon bald senken, weil der Druck durch Inflation und Kapitalabflüsse ihren Spielraum im weiteren Verlauf des Jahres stark einschränken werde.

  1. Die Aktie von Didi stürzt ab:

DiDi Global (DIDI) ist eine chinesische Mobilitätsplattform, die Ride Hailing (Fahrdienst herbeiwinken) und andere Dienstleistungen in der Volksrepublik China, Brasilien, Mexiko und international anbietet. Daneben ist das Unternehmen fokussiert auf Leasing, Betankung sowie Wartungs- und Reparaturdienste tätig. Leasingdienste für Elektrofahrzeuge; Fahrrad- und E-Bike-Sharing, innerstädtische Fracht, Lebensmittellieferung und Finanzdienstleistungen komplettieren das Produktportfolio.

Wegen der dramatischen Talfahrt der Aktie hatte der Konzern die Pläne für einen Börsengang in Hongkong kürzlich auf Eis gelegt. Demnach sind die chinesischen Aufsichtsbehörden noch nicht mit der Sicherheit der sensiblen Nutzerdaten zufrieden. Die Aktie stürzte am vergangenen Freitag im US-Handel um weitere 44 Prozent ab und verzeichnete damit den stärksten Einbruch an einem Tag überhaupt. Den dramatischen Kursverfall der Aktie seit Sommer vergangenen Jahres zeigt die folgende Grafik. Seit ihrer Erstnotiz in New York hat die Aktie rund 90 Prozent an Wert eingebüßt.

  1. Norwegischer Staatsfonds macht Kasse:

Der mit 1,3 Billionen US-Dollar weltweit größte Staatsfonds mit Sitz in Norwegen hatte sich kürzlich von Aktien der chinesischen Sportbekleidungsfirma Li Ning getrennt. Das Management sieht mit Sorge, dass der Sportbekleidungshersteller zu Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang beitrage. Sollten weitere „grüne“ Fonds dem Beispiel folgen, könnte dies chinesische Aktien noch weiter unter Druck bringen.

„Die Tatsache, dass der norwegische Staatsfonds Li Ning abstößt, gibt Anlass zur Sorge über die künftige Haltung gegenüber chinesischen und Hongkonger Aktien“, erklärte dazu Castor Pang, Leiter der Forschungsabteilung von Core Pacific Yamaichi. Die Nachricht vom vergangenen Mittwoch schickte den chinesischen CSI 300 Index den sechsten Tag in Folge auf Talfahrt – die längste Verlustserie seit März 2020 – und der Hang Seng Index schloss auf dem niedrigsten Stand seit Juli 2016.

Seit seinem Rekordhoch vor etwa einem Jahr hat der CSI 300 rund 27 Prozent an Wert eingebüßt. verloren, angeheizt durch den Einbruch des chinesischen Immobilienmarktes und die Covid-Nullzinspolitik.

Die Kursverläufe chinesischer Aktien seit dem Jahr 2016 zeigt die folgende Grafik. Oben ist der CSI 300 abgebildet, darunter der Aktienmarkt in Hong Kong.

  1. China verdoppelt Schwankungsbreite für den russischen Rubel:

Die chinesische Zentralbank (PBOC) wird die Handelsbandbreite für den Rubel verdoppeln, da es Anzeichen für eine angespannte Liquidität gibt und die Banken sich aus dem Markt zurückziehen. Laut Bloomberg darf das Währungspaar ab dem 11. März mit einer Spannbreite von 10,0 Prozent um den Fixingkurs herum gehandelt werden, um so aktuellen Marktentwicklungen gerecht zu werden.

Zuvor hatte die Grenze bei der Standardgrenze von 5,0 Prozent gelegen, die auch für andere Währungspaare gültig ist. Die Änderung zeigt, wie die globalen Finanzinstitute versuchen, mit der Volatilität des Rubels umzugehen, da Russland nach der Invasion in der Ukraine zunehmend von den Märkten abgeschnitten ist. Der Yuan erreichte in der vergangenen Woche ein Rekordhoch gegenüber dem Rubel, woraufhin einige chinesische Banken den Handel mit dem Währungspaar ausgesetzt hatten. Die eindrucksvolle Wertsteigerung des Yuan gegenüber dem russischen Rubel seit dem Jahr 2011 zeigt die folgende Grafik. Zuletzt war der Rubel in Relation zum Yuan regelrecht zusammengebrochen:

Der gesamte bilaterale Handel zwischen Russland und China wurde im Jahr 2020 auf 112 Milliarden US-Dollar geschätzt. Chinas Präsident Xi Jinping und Wladimir Putin hatten erst im vergangenen Monat eine Reihe von Abkommen unterzeichnet, um die russischen Lieferungen von Gas, Öl und Weizen in das chinesische Riesenreich zu steigern.

  1. Ausländische Anleger stoßen chinesische Anleihen in Rekordhöhe ab:

Ausländische Investoren haben ihre Bestände an chinesischen Staatsanleihen im vergangenen Monat so stark reduziert wie noch nie. Allein im Februar verkauften Investoren chinesische Staatsanleihen im Wert von 35 Milliarden Yuan (5,5 Milliarden US-Dollar). Dies war laut Bloomberg der größte monatliche Rückgang seit Bestehen des Landes und die erste Reduzierung seit März 2021. Ihre Bestände waren auf 2,48 Billionen Yuan gefallen, von einem Rekordwert von 2,52 Billionen im Januar. Die folgende Grafik zeigt den beeindruckenden Kapitalabfluss. Achten Sie auf die rote Markierung unten rechts.

Gerüchten zufolge soll Russland bedeutende Mengen an chinesischen Staatsanleihen verkauft haben, weil dem Land der Zugang zu einem Großteil seiner Währungsreserven im Wert von 643 Milliarden US-Dollar durch die Sanktionen versperrt wird.

Der sinkende Renditeaufschlag chinesischer gegenüber US-Anleihen, der auf die divergierende Geldpolitik zurückzuführen ist, hat die Attraktivität chinesischer Wertpapiere noch weiter geschmälert. Mit etwa 2,8 Prozent liegen die Renditen 10-jähriger chinesischer Anleihen etwa 105 Basispunkte über denen von US-Staatsanleihen, verglichen mit einem Abstand von mehr als 220 Basispunkten Ende 2020.

  1. China-BIP an der Schwelle zur Schrumpfung:

Als Reaktion auf den schwächeren Konsum und die negativen Auswirkungen auf die Lieferketten hat Morgan Stanley das zu erwartende BIP Chinas für das erste Quartal 2022 um 60 Basispunkte auf ein Nullwachstum im Quartalsvergleich und für das Gesamtjahr um 20 Basispunkte auf 5,1 Prozent gesenkt. Weitere Senkungen werden bereits avisiert.

  1. China vor aggressiver Lockerung der Geldpolitik:

Als Folge dieser alarmierenden Entwicklungen, so hat es das China Securities Journal, ein Sprachrohr der chinesischen Notenbank, kürzlich durchblicken lassen, könnte die Zentralbank Chinas die Zinssätze schon bald aggressiv senken, um so das Wachstum zu stabilisieren. Es werde erwartet, dass China den Mindestreservesatz der Banken und die Zinssätze weiter senken werde, um das Wirtschaftswachstum trotz der sich abzeichnenden Zinserhöhung der US-Notenbank zu stabilisieren.

Dies wirft die Frage auf, wie lange die Geldpolitik der USA und Chinas auseinanderdriften kann – die eine erhöht, die andere senkt -, bevor es zu einem Bruch kommt. Eines ist sicher: Wenn China sein Wachstumsziel von rund 5,5 Prozent in diesem Jahr erreichen will, kann nur ein massiver geldpolitischer Stimulus das Land vor einer katastrophalen Rezession bewahren, zumal der Immobilienmarkt einbricht, die Corona-Infektionen explodieren, die Inflation weiterhin hoch ist und auch die Exportnachfrage durch die Auswirkungen des Krieges in Europa bedroht ist.

Der Originalbeitrag ist in englischer Sprache bei www.zerohedge.com erschienen.

Der Beitrag zeigt, wie bedeutend gerade in diesen bewegten Zeiten der Blick über den Tellerrand  ist. Denn im chinesischen Riesenreich könnte derzeit kaum bemerkt von der Öffentlichkeit der nächste „Schwarze Schwan“ heranwachsen.

Mehr dazu in der April-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs…

 

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2 Antworten

  1. Dann hoffen wir mal, dass der Wirtschaftskrieg zwischen USA und China nicht dazu führt, dass China sich Taiwan „heim holt“.
    Die USA werden jedenfalls nichts unversucht lassen, China im Wettbewerb um die führende Wirtschaftsmacht notfalls mittels Foul zur Strecke zu bringen.
    Diese Entwicklung zeigt aber auch, dass das verzinste Schuldgeldsystem immer wieder zum gleichen Resultat führt – dem Zusammenbruch. Es erfordert ewiges Wachstum und in einem geschlossenen Wirtschaftsraum (die ganze Erde) kann es das halt nicht geben.

  2. Die De-Dollarisierung scheint weiter zu gehen
    https://finanzmarktwelt.de/saudi-arabien-denkt-ueber-yuan-statt-us-dollar-fuer-oel-verkaeufe-nach-china-nach-228761/
    Selbst, wenn nur einige Mrd USD pro Jahr damit weniger durch die Bücher der US-Banken laufen, ist das ein sehr deutliches Zeichen.
    Auch unbedingt anschauen, wie weit sich China schon von US-Staatsanleihen getrennt hat – die hatten mal mehr als 1200Mrd USD udn halten aktuell noch 1061Mrd. Japan ist mit einigem Abstand (1306Mrd) der größte Gläubiger der USA und nicht mehr China.
    Bereitet man sich in China auf etwas vor?

Kommentare sind geschlossen.