Nighthawk Gold: Was wissen die Insider?

Umfangreiche Insider-Käufe waren in den vergangenen Wochen bei der kanadischen Nighthawk Gold (NHK.TO, WKN A2PX5K) zu beobachten. Der Aktienkurs scheint eine Bodenbildungsformation abzuschließen. Die fundamentale Bewertung ist günstig. Sind das jetzt Einstiegskurse?
Andreas Hoose

Andreas Hoose

Wenn das Management einer Firma die eigenen Aktien im großen Stil einsammelt, dann sollten Anleger genauer hinsehen. Das gilt vor allem dann, wenn der Titel noch recht klein ist und auch charttechnisch und fundamental überzeugt.

Denn sehr oft trifft dann eine Einschätzung des legendären Fondsmanager Peter Lynch zu, der vor einigen Jahren in starken Insider-Käufen eines der wichtigsten Kaufkriterien am Aktienmarkt identifiziert hatte.

Lynch sagt: „Es gibt zahlreiche Gründe, warum die Unternehmens-Insider eigene Aktien verkaufen. Vielleicht wollen sie eine Immobilie anschaffen oder ein neues Auto.  Die Ausbildung der Kinder könnte vor der Tür stehen, und so weiter. Doch es gibt nur einen einzigen Grund, warum die Manager die Aktien des eigenen Unternehmens kaufen: Sie rechnen mit steigenden Aktienkursen.“

Diese Aussage betätigt sich in der Börsenpraxis immer wieder. Sollte das auch im vorliegenden Fall zutreffen, dann können sich die Aktionäre der kanadischen Nighthawk Gold womöglich auf einiges gefasst machen, denn derart umfangreiche Käufe des Managements bei den eigenen Aktien sind gerade bei kleineren Titeln ausgesprochen selten.

Die folgende Grafik vermittelt eine Ahnung davon, was hier hinter den Kulissen gerade los ist: Allein in den vergangenen drei Monaten haben die Manager bei der Aktie 30 Mal zugegriffen (rote Markierung). Im vergangenen Halbjahr wurden 76 Kaufaktivitäten registriert (blau), in den zurückliegenden zwölf Monaten waren es sogar 155 (lila).

Besonders wichtig: Unter den Käufern waren auch die beiden wichtigsten Insider, nämlich Firmenchef Keyvan Salehi und Finanzvorstand Salvatore Lorenzo Curcio.

In Zahlen: CEO Salehi hat allein seit Jahresanfang eigene Aktien im Gesamtwert von rund 240.000 CAN-Dollar eingesammelt. Finanzchef Curcio war mit 11.000 CAN-Dollar auf der Käuferseite. In Summe hat die Führungsriege des Unternehmens seit Jahresbeginn die stattliche Summe von rund 1,34 Millionen CAN-Dollar in die eigenen Aktien investiert. Zudem befinden sich rund 32 Prozent der ausstehenden Aktien (123,8 Millionen) in den Portfolios von institutionellen Anlegern.

Ein weiterer Aspekt kommt hinzu: Die massiven Insider-Käufe fallen in etwa zusammen mit der in dieser Zeit erkennbaren Bodenbildungsphase beim Aktienkurs. Was also könnten die Insider wissen, das sie zu derart umfangreichen Käufen bei der eigenen Aktie veranlasst?

Sehen wir uns das genauer an:

Der im Jahr 2004 gegründete Konzern mit Firmensitz in Toronto besitzt mehr als 930 Quadratkilometer Land im Indin Lake Greenstone Gold Belt, der sich etwa 200 km nördlich von Yellowknife in den kanadischen Northwest Territories (NWT) befindet. Zur Einordnung: 930 Quadratkilometer entspricht in etwa der dreifachen Fläche Münchens…also keine Schrebergarten-Parzelle…

Eine Studie (PEA) des dort befindlichen Goldprojekts Colomac, das die Lagerstätten Centre und Satellite umfasst, deutet auf eine potenziell mögliche Mine mit einer Produktionskapazität von 290.000 Unzen pro Jahr bei einer Minenlebensdauer von 11,2 Jahren hin. Der daraus abgeleitete Kapitalwert in Höhe von 1,2 Milliarden CAN-Dollar nach Steuern wurde auf Basis eines Goldpreises von 1.600 US-Dollar je Unze ermittelt. Bei einem angenommenen Goldpreis von 2.000 US-Dollar ergibt sich somit ein Kapitalwert im Bereich von rund 1,5 Milliarden US-Dollar.

Angesichts dieser Assets ist der Börsenwert von aktuell 74 Millionen CAN-Dollar noch sehr überschaubar.  Hinzu kommt: Das schuldenfreie Unternehmen sitzt auf Cash-Reserven in Höhe von rund 23 Millionen CAN-Dollar.

Die Analysten von Sprott Equity Research sehen in ihrer Analyse vom Februar dieses Jahres im Branchenvergleich daher eine deutliche Unterbewertung des Titels. Das Kursziel der Branchenkenner: 1,50 CAN-Dollar. Ausgehend von Freitags-Schlusskurs bei 0,59 CAN-Dollar wäre das fast eine Verdreifachung des Aktienkurses…

Ist das realistisch? Voraussetzung hierfür wäre wohl, dass der total zusammengefaltete Goldminen-Sektor endlich wiederentdeckt wird. Dann ist alles möglich, zumal bei den rund 3,046 Millionen Unzen Gold, die der kleine Konzern in seinem Colomac-Projekt  in den verschiedenen Kategorien bislang nachweisen konnte…

Tatsache ist: Das Managementteam kann auf eine lange Erfolgsbilanz bei der Weiterentwicklung von Minen-Projekten zurückblicken. Die starken Insider-Käufe könnten deshalb darauf hindeuten, dass das Unternehmen bei der Weiterentwicklung seiner Vermögenswerte zügig vorankommt.

Ein Blick auf den Aktienkurs bestätigt die Annahme erfreulicher fundamentaler Entwicklungen, die da im Hintergrund ablaufen dürften:

In der Wochenbetrachtung fällt eine inverse Schulter-Kopf-Schuler-Formation auf, die mit hoher Wahrscheinlichkeit kurz vor ihrer Vollendung steht. Wichtig ist jetzt ein Wochenschlusskurs oberhalb von 0,60 CAN-Dollar. Am vergangenen Freitag hat die Notierung diese Marke zum Handelsende mit 0,59 CAN-Dollar um Haaresbreite verfehlt.

Ein sehr eindrucksvolles Bild liefert auch die Volumenanalyse:

Das Kurstief im Oktober vergangenen Jahres war von einem explosionsartigen Anstieg der Umsätze begleitet. Achten Sie auf den roten Pfeil in der folgenden Grafik. Dieses Ausverkaufsvolumen wurde erst kürzlich als Paniktief bestätigt, als die Aktie die wichtige Hürde bei 0,60 CAN-Dollar ebenfalls mit stark steigenden Umsätzen hinter sich lassen konnte (blauer Pfeil).

Der Kursverlauf auf Monatsbasis bestätigt den Eindruck einer beginnenden Trendwende: Der wichtige Zwölf-Monats-Durchschnitt wurde im April dieses Jahres bei starken Umsätzen überwunden und dient jetzt als wichtige Unterstützung. Achten Sie auf die grüne Markierung in der folgenden Grafik. Auch der MACD hat auf Monatsbasis erst kürzlich ein Kaufsignal generiert und dreht jetzt nach oben (rote Markierung).

Kursverlauf und Volumenanalyse sprechen demnach bei der Aktie von Nighthawk Gold für eine erfolgreiche mittelfristige Trendwende. Orchestriert wird diese Entwicklung von massiven Insider-Käufen.

Gut möglich also, dass wir schon bald erfahren werden, was die Manager des Unternehmens dazu veranlasst, die Aktie jetzt derart massiv einzusammeln. Am wahrscheinlichsten erscheint aus heutiger Sicht, dass das unternehmenseigene Goldprojekt Colomac vor entscheidenden Weichenstellungen steht.

Wichtig: Wegen des immer noch sehr geringen Börsenwertes eignet sich die Aktie nur für sehr risikofreudige Anleger! Ein gutes Stück unterhalb von 0,40 CAN-Dollar kann man einen Stopp-Loss platzieren. Wer der Notierung maximalen Platz zur Entfaltung geben möchte, der zieht das Sicherheitsnetz unterhalb des Oktober-Tiefs bei 0,265 CAN-Dollar ein. Kapitaleinsatz begrenzen!

Näheres in der kommenden Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs.

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4 Antworten

  1. Hallo Herr Hoose,
    die Kurse sind doch von der TSE (Toronto STock Exchange) ind solölten daher in CAD (also Kanadischen Dollar) sein, nicht USD.
    Insgesamt sieht Nighthawk wirklich nach einem Tournaround-Kandidaten aus.

    1. Hallo in die Runde,

      der kanadische Dollar war natürlich auch gemeint. Ich hab´s ausgebessert, vielen Dank für den Hinweis.

      Heute zum Handelsende 0,61 CAD bei sehr geringen Umsätzen. Die laufende Woche könnte eine wichtige Weichenstellung bringen.

      Viel Erfolg und viele Grüße

      1. Hallo Herr Hoose,
        ein Teil der Umsätze war ich. Nur eine kleine Position, aber ausbaufähig.

  2. Hallo,

    gratuliere! Die Aktie ist noch so eine Art Geheimtipp, kaum Diskussionen im Internet.

    Insbesondere die relative Stärke der Aktie ist bemerkenswert. Das könnte noch interessant werden…

    Viel Erfolg und viele Grüße!