Bundestagswahl 2025: Absolute Mehrheit für die AfD?

In zwei Jahren wählen die Bundesbürger ein neues Parlament. Die Alternative für Deutschland (AfD) könnte dabei für eine politische Sensation sorgen. Drei Voraussetzungen sind dafür aus heutiger Sicht notwendig…  
Andreas Hoose

Andreas Hoose

Ein Wesensmerkmal der antizyklischen Anlagestrategie besteht darin, Entwicklungen bereits zu erahnen, lange bevor die Masse der Investoren davon Notiz nimmt. Anwenden lässt sich diese Vorgehensweise jedoch nicht nur auf dem Börsenparkett. Auch auf der politischen Bühne lassen sich damit ganz unerwartete Volltreffer erzielen…

Sieht man sich etwa die aktuellen Zustimmungswerte für die AfD an, dann wird eines mit jeder Wahlumfrage immer deutlicher: Hier entsteht gerade ein sehr robuster Trend…

Ganz besonders augenfällig ist dies in den Neuen Bundesländern: In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen liegt die AfD mit Stimmenanteilen von teilweise deutlich über 30 Prozent bereits sehr komfortabel vor allen übrigen Parteien. Die folgende Tabelle zeigt die Veränderungen seit der vorherigen Wahl. Die Neuen Bundesländer sind jeweils blau umrandet.

Nicht nur die langjährige Börsenerfahrung zeigt: Zunächst neigen solche Bewegungen dazu, sich zu verfestigen – um sich später stark zu beschleunigen. Börsianer wissen dazu auch: „The trend is your friend“…

Die rasant steigenden Umfragewerte der AfD vor allem in Ostdeutschland sind ein Indiz für die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung hier zu Lande…

In dem Zusammenhang hat die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel kürzlich in einem sehenswerten Doppel-Interview beim alternativen TV-Sender AUF1 auf einen hochinteressanten Aspekt hingewiesen.

In dem Gespräch, bei dem auch Weidels Gesinnungsgenosse Herbert Kickl, Obmann der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) zu Gast war, hatte Weidel gleich zu Beginn erklärt, dass die Deutschen dazu neigen, in politischen Angelegenheiten „von einem Extrem ins andere zu fallen“. Diese typisch deutsche Eigenart berge laut Weidel jedoch „enorme Gefahren“.

In der Tat, denn das eine Extrem erleben wir gerade: Gender-Wahn, Klima-Terror, fortgesetzte Flutung des Landes mit kulturfremden Asylbewerbern, obwohl die Kommunen bereits aus allen Nähten platzen, ein kafkaeskes Drama namens „Heizungsgesetz“ und eine Wirtschafts- und Finanzpolitik, die vor allem mittelständischen Unternehmern hier zu Lande jede Perspektive raubt. Die Liste ließe sich beliebig verlängern.

Tatsache ist außerdem, dass die Folgen der aktuellen Politik für die Deutschen immer deutlicher am eigenen Geldbeutel spürbar werden. In Summe treibt all dies immer mehr Wählerinnen und Wählern die Zornesröte ins Gesicht…

Und dann ist da noch das politische Selbstverständnis der regierenden Eliten. Unvergessen ist die Landtagswahl in Thüringen 2020. Wie selbstverständlich hatte sich die damalige Kanzlerin Angela Merkel seinerzeit dafür eingesetzt, die Wahl des thüringischen FDP-Chefs Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten des Landes „rückgängig“ zu machen – weil dieser mit den Stimmen der AfD gewählt worden war. Es war ein politischer Dammbruch, der von den Mainstream-Medien jedoch kaum thematisiert wurde.

Zum „guten Ton“ gehört auch längst, dass AfD-Vorschläge im Bundestag systematisch abgewatscht werden, auch wenn sie eigentlich vernünftig und sinnvoll erscheinen. Die Altparteien blockieren hier offensichtlich ganz gezielt, nur um nicht in den Verdacht zu geraten, mit der AfD gemeinsame Sache zu machen.

Beispiele: Vorschläge für bezahlbares Wohnen? Das ist Mist, wenn es von der AfD kommt. Antrag abgelehnt. So geschehen im Mai dieses Jahres. Juni 2023: AfD-Antrag zur Entlastung des Mittelstands von Bürokratie zur Überwindung der Rezession? Abgelehnt.  Oder nehmen wir die Corona-Hochphase im März 2021: AfD-Antrag zum besseren Schutz von Risikogruppen? Abgelehnt.  

Jüngste Stilblüte: Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter spricht sich neuerdings dafür aus, AfD-Mitglieder aus dem Staatsdienst zu entfernen.

DAS soll Demokratie sein? Kann man sich da noch darüber wundern, dass die Unzufriedenheit der Menschen mit dem politischen Personal derzeit alle Rekorde bricht? Nachzulesen etwa in der jüngsten Ausgabe des ARD-Deutschlandtrend. Fast 80 Prozent der von Infratest Dimap Befragten sind mit der Arbeit der Ampel-Koalition mehr oder weniger unzufrieden. Noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs war eine Bundesregierung unbeliebter…

Null Prozent (!) sind „sehr zufrieden“ mit der Bundesregierung, ein einmaliges Ereignis im Nachkriegs-Deutschland…

Doch solange die Altparteien Allüren pflegen, wie derzeit im Umgang mit der AfD, ist nicht damit zu rechnen, dass die Menschen das Vertrauen in die Gestaltungsfähigkeit der demokratischen Institutionen zurückgewinnen. Ganz im Gegenteil, denn was hier geschieht, das ist die systematische Ausgrenzung eines großen Teils der Wählerschaft. Es hat eine ganze Weile gedauert, doch allmählich schlägt sich dies auch in den Wahlumfragen nieder – mit wachsendem Zuspruch für die AfD.

Tatsächlich könnte das politische Pendel, wie von Alice Weidel prognostiziert, schon bald in das andere Extrem umschlagen. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass eine verteufelte Partei wie die AfD einen Umfragerekord nach dem anderen einfährt und die anderen Parteien buchstäblich überrollt. Wähler-Motto: Jetzt erst recht! Nach heutigem Kenntnisstand wären hierfür lediglich drei Voraussetzungen notwendig:

  1. Die Ampel-Regierung setzt ihre Politik, die ganz offensichtlich gegen die Interessen der politischen Mehrheit in Deutschland gerichtet ist, unverändert fort.
  2. Die Altparteien CDU, CSU, SPD, FDP, Grüne und Linkspartei verweigern auch weiterhin jede konstruktive Zusammenarbeit mit der AfD, gar nicht zu reden von möglichen Regierungskoalitionen in den Bundesländern.
  3. Eine bislang nur angedachte Sahra-Wagenknecht-Partei verpufft wirkungslos. 

Treffen alle drei Aspekte ein, was aus heutiger Sicht mit einiger Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, könnte folgende Ereigniskette in Gang kommen:

Schon heute fühlt sich mindestens ein Viertel der wahlberechtigten Bevölkerung von der Politik in Deutschland gar nicht oder nur unzureichend vertreten. Das sind vor allem die bisherigen AfD-Wähler, deren Anteil mittlerweile bei rund 22 Prozent liegt.

Doch die Zahl dieser Menschen dürfte noch deutlich ansteigen, sollte die Ampel-Regierung ihre Politik insbesondere in der Asylfrage und bei wirtschafts- und finanzpolitischen Themen in den kommenden zwei Jahren fortsetzen.

Wenn diese zunehmend frustrierten Wähler nun aber befürchten müssen, dass die Altparteien die AfD auch weiterhin ausgrenzen und mit allen nur denkbaren  Mitteln diskreditieren, dann könnten insbesondere viele an sich treue Unions- und FDP-Wähler zu der Überzeugung kommen, dass nur eine Stimme für die AfD die Chance auf nachhaltige Veränderungen im Lande eröffnet.

Denn nach heutigem Kenntnisstand müssen konservative Wähler ja damit rechnen, dass bei einem möglichen Wahlsieg der Union entweder die Ampel fortgeführt wird, Schwarz-Grün oder eine „Jamaika-Koalition“ (Union, FDP, Grüne) das Ruder übernimmt oder aber, dass die unselige „Große Koalition“ auferstehen würde…

Politische Veränderungen, die diesen Namen auch verdienen, wären damit aus der Sicht unzufriedener Unions- und FDP-Wähler jedoch ausgeschlossen. Gar nicht zu reden von den etwa 25 Prozent an Nicht-Wählern, die dem politischen Laienschauspiel längst den Rücken gekehrt haben. 

Wäre da nicht die Vermutung naheliegend, dass immer mehr dieser Menschen künftig erst recht die AfD wählen könnten? Die bisherigen Nicht-Wähler aus Trotz, um damit den verhassten Altparteien eins auszuwischen – und die konservative Wählerschicht, womöglich sogar gegen die eigene innere Überzeugung, um ein „Weiter so“ zu verhindern?

Mit ihrer offensichtlichen politischen Irrfahrt und ihrer fortgesetzten Ablehnung jeder Zusammenarbeit mit der AfD bereitet die Politik daher womöglich einen politischen Erdrutsch vor, den sich heute kaum jemand vorstellen kann:

Eine absolute Mehrheit für die AfD.

Die Partei würde dann ab Herbst 2025 nicht nur den Kanzler stellen, sondern könnte darüber hinaus auch noch alleine regieren. Von einem Extrem ins andere, wie gesagt…

So betrachtet hätten die etablierten Parteien in Deutschland noch ungefähr zwei Jahre Zeit, um das „Narrenschiff Utopia“ wieder auf Kurs zu bringen und zu den „spröden Tugenden bürgerlicher Vernunft“ (Franz Josef Strauß) zurückzukehren.

Wird diese Gelegenheit vertan, könnte sich die politische Landschaft in Deutschland im Herbst 2025 grundlegend verändern…

Natürlich könnten die etablierten politischen und medialen Kräfte im Vorfeld versuchen, die AfD wegen „Verfassungsfeindlichkeit“ zu verbieten. Und dann? Anstatt eines Wahlsiegs der AfD käme es womöglich zu einem Bürgerkrieg in Deutschland.

Oder würde da mancher im Sinne des Machterhaltes gar auf das Kriegsrecht spekulieren? Stichwort Ukraine. Der Bundeskanzler wäre dann unversehens oberster Befehlshaber der Streitkräfte und demokratische Wahlen bis auf Weiteres nicht zu erwarten…

Wenn man darauf hoffen mag, dass die beiden zuletzt genannten Optionen aus heutiger Sicht relativ unwahrscheinlich erscheinen, dann lässt sich abschließend festhalten, dass ein politisches Erdbeben, ausgelöst durch raketenhaft steigende Zustimmungswerte für die AfD, ganz hervorragend in die Zeit passen würde:

Denn wenn in der „Apokalypse“ (Entschleierung) alle Masken fallen, dann werden Entwicklungen möglich, die eigentlich „unvorstellbar“ sind…

Zum Beispiel eine absolute Mehrheit für die AfD…

Schlussbemerkung:

Um erbosten Hassmails selbsternannter Moralapostel und Sittenwächter aus der Gutmenschen-Fraktion zuvorzukommen: Das hier ist keine Wahlwerbung für die AfD, sondern eine Analyse dessen, was mit einiger Wahrscheinlichkeit passieren wird, wenn der politische Kurs in diesem Land unverändert fortgesetzt wird. Richten Sie ihre Anfeindungen daher an diejenigen, die sie betreffen und lassen Sie mich damit in Ruhe.

Danke.

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2 Antworten

  1. Hervorragend Herr Hoose!

    Ich teile ihre Analyse in allen Punkten.
    Das Sytem der Republicken neigt sich dem Ende zu.
    Die AFD ist nicht die Lösung des Problems, aber sie
    hilft vielleicht durch sehr große Zustimmung der Bevölkerung
    den Great Reset einzuleiten, aber nicht gemäß WEF.
    Vielen Dank für alle Beiträge.

  2. Guten Abend Herr Hoose,

    wahrscheinlich ist die AFD auch nicht wirklich die Lösung, die etablierten Parteien sind meines Erachtens im Moment nicht wählbar, da bleibt nur Protestwahl AFD oder nicht zur Wahl zu gehen. Ihre hoffe, dass die Partei, die Dr.Markus Krall gründen möchte tatsächlich und rechtzeitig kommt und unsere derzeitigen Probleme beherzt angeht, zum Wohle der Bevölkerung und der Wirtschaft agiert und eine politische Wende herbei führt.
    Gruß
    G.Ossig

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