Buchbesprechung: Best Loser Wins…

Der beste Verlierer gewinnt? Was soll das denn bitte? Nun, man könnte auch sagen, dass an der Börse derjenige im Vorteil ist, der ganz anders an die Dinge herangeht, als man das "normalerweise" erwarten würde. So wie der Profitrader Tom Hougaard...
Andreas Hoose

Andreas Hoose

Der Untertitel von Tom Hougaards Buchtitel „Warum Du mit normalem Denken beim Trading niemals gewinnst“, wird jeden überzeugten Kontra-Anleger natürlich neugierig machen – denn „anders denken“ ist ja genau das, was diejenigen auszeichnet, die konsequent gegen den Strom schwimmen.

Doch wie genau geht das eigentlich im Trading-Alltag? Dazu hat Hougaard einige wichtige Regeln erarbeitet:

Erfahrene Börsianer werden das kennen: Da kommt eine der sehr seltenen wirklichen Großchancen um die Ecke – und dann steht man verzweifelt vor den selbst aufgestellten Regel, dass eine Position nicht größer als 1,0 oder 2,0 Prozent des Aktienvermögens ausmachen darf.

Was in Fachkreisen als „Money-Management“ bezeichnet wird, und angeblich „unverzichtbar“ sein soll, das erweist sich in der Börsenpraxis oftmals als Hemmschuh für die wirklich großen Börsengewinne.

Das scheint auch Altmeister Warren Buffett verinnerlicht zu haben: In den vergangenen Jahren hatte Buffett mit der Apple-Aktie eine überaus stattliche Position aufgebaut. Im Frühjahr 2023 bildeten die Anteilsscheine des US-Technologie-Riesen nach diversen Zukäufen mit fast 40 Prozent (!) die mit Abstand größte Position im Aktienportfolio der Buffett-Holding Berkshire Hathaway.

Der legendäre Langfrist-Investor hat damit genau das umgesetzt, was nach Analyse von Tom Hoogaard die allermeisten kurzfristig agierenden Trader versäumen: Erfolgreiche Positionen werden von den meisten Anlegern tendenziell verkleinert (Gewinnmitnahmen!), anstatt diese Überfliegeraktien immer weiter auszubauen.

Ebenfalls überraschend: Teilgewinne nimmt Hougaard konsequent NICHT mit, er empfiehlt vielmehr, diese laufen zu lassen, auch wenn die Position dadurch recht umfangreich wird.

Hougaards Credo lautet: „Die Leute scheitern nicht, weil sie nicht genug über technische Analyse wissen. Sie scheitern, weil sie nicht verstehen, was die Märkte mit ihrem Verstand anstellen.“ Der Autor selbst zählt nachweislich zu den außergewöhnlich erfolgreichen Tradern. Bei einer Gelegenheit machte Hougaard mit seinem Handelsansatz aus 25.000 Britischen Pfund etwa eine Million…

Dabei geht er durchaus unkonventionell vor: Während durchschnittliche Börsenhändler in der Regel ein Risiko von 10 US-Dollar pro Punkt im Basiswert eingehen, riskiert Tom Hougaard bis zu 3500 US-Dollar. Grundvoraussetzung für diese Risikobereitschaft ist jedoch eine außergewöhnliche Denkweise:

Beispielsweise geht Hougaard bei Eröffnung einer Position davon aus, dass er damit falsch liegt. Das ist so ziemlich das genaue Gegenteil dessen, was die Masse der Anleger tun dürfte. Auch versucht der Autor von vorneherein, die Gefühlslage zu antizipieren, die bei einem Verlust entsteht, damit sein Gehirn darauf vorbereitet ist, wenn es tatsächlich dazu kommen sollte.

Dazu gibt es eine alte Börsenweisheit, die meines Wissens von André Kostolany stammt: Das Börsenurgestein empfahl Anlegern, die Börse heiß zu lieben aber kalt zu behandeln. Wer daher bei den unvermeidlichen Verlusten „eiskalt“ bleibt, der hat auch laut Tom Hougaard einen wichtigen Schritt in Richtung Börsenerfolg getan.

Hougaard erklärt, wie Trader mit Gefühlen wie Angst, Gier und einer überzogenen Erwartungshaltung umgehen sollten. Er deckt auf, wie sich der menschliche Geist immer wieder selbst betrügt. Dabei nimmt er die Rolle, die die Charts für das Trading spielen unter die Lupe und stellt das wichtigste Thema in den Mittelpunkt: die Trading-Psychologie.

Hougaard ist überzeugt, dass „normales Denken“ auch nur zu normalen Ergebnissen führt. Um außergewöhnliche Ergebnisse zu erzielen, müsse der Trader anders denken als die Masse. In seinem Werk Best Loser Wins (Der beste Verlierer gewinnt) unterstützt der Autor seine Leser dabei, eingefahrene Denkmuster zu überwinden.

Zum Autor:

Tom Hougaard studierte Economics und Finance an zwei Universitäten im Vereinigten Königreich und arbeitete anschließend für JPMorgan Chase, bevor er für zehn Jahre in der Londoner City als Chief Market Strategist für einen CFD-Broker tätig war. Seit 2009 handelt er selbständig. Die Trades können über Telegram und YouTube verfolgt werden. Handelsergebnisse können auf www.tradertom.com eingesehen werden.

Fazit und Empfehlung:

Wir werden von kurzfristigen Trading-Engagements aus vielerlei Gründen auch weiterhin die Finger lassen. Einer der wichtigsten: Mit den überaus beliebten Trading-Instrumenten aus dem Derivate-Sektor, wie Optionsscheinen und Zertifikaten, wollen wir in Zeiten einer schwelenden Banken- und Geldsystem-Krise nichts zu tun haben.

Wer sich an dieser Börsendisziplin dennoch einmal versuchen und dabei auf Aktien zurückgreifen möchte, dem bietet das Werk von Tom Hougaard einige unkonventionelle Hilfen und Denkanstöße, die den Weg gegen den Strom deutlich erleichtern.

Hier können Sie das Buch zum Preis von 25,00 Euro bestellen.

image_pdfPDFimage_printDrucken

Jetzt teilen!​

LinkedIn
Telegram
WhatsApp

Die Kommentarfunktion wird nach zwei Wochen automatisch geschlossen.