„Hilfe, mein Sohn will nicht links sein!“

Eine Stern-Journalistin verzweifelt, weil ihr "missratener" Sprössling die AfD wählen würde. Realitätssinn trifft auf ideologische Verblendung. Ein Kommentar von Max Roland...
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„Mein Sohn ist 14 Jahre alt, smart, beliebt. Und er würde AfD wählen.“ Eine Stern-Journalistin verzweifelt, weil ihr Sohn partout nicht links sein will – und schreibt darüber einen peinlichen Artikel, in dem sie das eigene Kind als dumm und naiv darstellt.

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„Mein Sohn ist 14 Jahre alt, smart, beliebt. Und er würde AfD wählen.“ So eröffnet eine Stern-Autorin ihren Artikel über das eigene Kind. Die Mutter scheint völlig am Ende: Ihr Sohn will einfach nicht links sein. Daran, so schlussfolgert sie, ist ein ominöser Podcast schuld, der Kinder mit „radikalem Gedankengut“ verderbe.

„Es fing harmlos an – und ehrlich gesagt, höre ich manchmal nicht so genau hin, wenn mein Sohn schimpft. ,Die sollen sich mal mehr um die Deutschen kümmern, unsere Politiker‘, sagt er irgendwann vor ein paar Monaten beim Vorbeigehen in der Küche. Kurz stutze ich, frage aber nicht nach.“

Ja, da stutzt Mutti! Deutsche Politiker sollen sich um Deutsche kümmern? Damit wird der Sohn in den Augen seiner eigenen Mutter quasi schon zum rechtsextremen Verdachtsfall. Weiter geht es: „Wenig später erzählt er beim Abendbrot, warum er mit Krypto reich und berühmt werden will. Easy. Weil ein Typ, dessen Podcast er hört, Bentley fährt und in Dubai wohnt. ,Mama, das ist ein mega Bro, mit Krypto!‘.“  Mega Bro? Hier stutze ich jetzt – so redet eigentlich kein junger Mensch. So klingt es eher, wenn Boomer sich Jugendsprache vorstellen. Ey-yo, richtig ultrafresh, Digga!

Skandal: Ein Junge ist gegen Massenmigration!

Aber wie auch immer. „Etwas später sitzen wir in den Ferien zusammen im Mietauto. ‚Wie kann es sein, dass mit den Steuern deutscher Bürger die Flüchtlingsschiffe bezahlt werden, die die Flüchtlinge an der Küste in Afrika abholen, in größere Boote setzen und nach Italien bringen? Das geht überhaupt nicht‘, sagt mein Sohn.“ Donnerwetter: Ein Wunder, dass Mama da den Wagen nicht vor Schreck in den Gegenverkehr gelenkt hat! „Ich drehe mich zur Rückbank. Woher er das habe, frage ich. Aus dem Podcast, den alle hören.“

Nun müsste eine Journalistin diese Frage eigentlich gar nicht stellen: Sie müsste ja wissen, wie das Geschäftsmodell der sogenannten „Seenotrettung“ abläuft. Dass Schlepper hunderte Migranten in Bruchbooten aussetzen – im Wissen, dass diese unmittelbar von den sogenannten „Seenotrettern“, die in Wahrheit radikale Migrationsaktivisten sind, dort abgeholt werden – ist kein Geheimnis. Das läuft seit Jahren so. Entweder ist die Mutter brutal uninformiert – oder sie will nicht nur ihre Leser, sondern auch den eigenen Sohn hinter die Fichte führen. Man könnte glauben, „der Podcast, den alle hören“ vermittle mehr richtige Informationen an den 14-Jährigen, als die Stern-Journalistin es tut.

Der Podcast, den alle hören: Das ist „Hoss und Hopf“, einer der erfolgreichsten deutschen Podcasts. Dort geht es um Krypto, Geld und auch Mainstream-Kritik. Es ist vor allem der letzte Punkt, der die Stern-Mutter aufzuschrecken scheint. Mainstream-Kritik? Das geht überhaupt nicht! Also will Muttern, eine waschechte Stern-Journalistin, die „problematischen Aussagen“ direkt „richtig“ einordnen. So hört dann plötzlich die ganze Familie den betreffenden Podcast – natürlich hochkritisch.

Stern-Mama will verzweifelt „einordnen“

„Deutschland hat mehr Flüchtlinge aufgenommen als alle anderen europäischen Länder zusammen. Um sich das mal vorzustellen, wenn man es sich vorstellen möchte, reicht auch ein Blick in eine deutsche Fußgängerzone“, heißt es etwa bei „Hoss und Hopf.“  An sich eine völlig richtige Aussage. Die Mutter dokumentiert ihre Entgegnung: „Ja, Deutschland hat viele Geflüchtete aufgenommen, weil wir Verantwortung tragen, weil wir als reiche Nation dazu in der Lage, ja auch verpflichtet sind. Außerdem sagt ein Blick in eine deutsche Fußgängerzone überhaupt nichts über den Anteil der Geflüchteten in der deutschen Gesellschaft aus.“ Aha. Wenige Absätze später beschwert sich die gleiche Frau, die gerade noch bedeutungsschwanger und inhaltsleer von „Verpflichtung und Verantwortung“ faselt, übrigens über Framing und populistische Schlagwörter. Aber klar: Framing und Populismus ist ja immer nur ein Vergehen der anderen, der bösen Leute von „Rechts“.

Zum Abschluss schreibt die Autorin betroffen: „Zur Demonstration für die Demokratie und gegen die AfD ist unser Sohn nicht mitgegangen.“ Der Satz steht am Schluss des Artikels extra abgekoppelt, wie eine Schreckensnachricht. Oh nein! Sohnemann will sich von Mama nicht zu linksradikalen Demos mitnehmen lassen.

Kampf gegen Rechts am Küchentisch

So einem absurden Artikel kann man sich eigentlich nur mit Spott widmen. Es sei jedem Leser nahegelegt, den oben verlinkten Beitrag einmal zu lesen, denn lustiger wird es diese Woche nicht mehr werden. Dass eine Mutter mit ihren selbst wahrgenommenen „Erziehungsproblemen“ zu einem nationalen Magazin rennt und ihren Sohn öffentlich anprangert, sagt auch viel aus.

Ohnehin sollte doch eigentlich jede Teenager-Mutter wissen: Für 14-Jährige ist immer das Gegenteil dessen richtig, was die Eltern sagen. Aber das ganze kann man ja nicht mit Gelassenheit nehmen. Nein, auch in der eigenen Familie muss „gegen Rechts“ gekämpft werden. Ich stelle mir das wirklich lustig vor: Da bemüht sich eine linke Stern-Journalistin verzweifelt, dem Land linke Narrative anzudrehen, und nicht mal der eigene Sohn glaubt sie. Der Feind sitzt am Esstisch! Vielleicht schiebt Mutti ja in der Hoffnung auf Besserung die Stern-Ausgabe, in der Helene Fischer und Atze Schröder zum Kampf gegen die AfD aufrufen, unter seiner Zimmertür durch.

Politisierte Jugend gerne – aber bitte nur links

Bemerkenswert ist auch, wie respektlos die Mutter öffentlich über ihren eigenen Sohn spricht. „Das Weltbild meines 14-Jährigen ist formbar wie Knete“, schreibt sie, offenbar erbost, dass sie es nicht nach links formen kann. Und: „Bis dahin dachten wir, unser Sohn sei sozial, sensibel und sattelfest erzogen. Vor allem kritisch und gewappnet gegen die dümmsten populistischen Aussagen. Ist er nicht.“ Den eigenen Sohn vor nationalem Publikum als dumm, naiv und asozial darstellen: Mutter des Jahres.

Und wir alle wissen: Würde der 14-Jährige nicht rechte, sondern linke Talking Points wiederholen, hätte die Stern-Journalistin einen gefühligen Artikel geschrieben, wie stolz sie auf ihren politischen, selber denkenden Sohn ist. „Toll, wie politisiert die Jugend ist“ gilt eben nur, wenn „die Jugend“ im Sinne der Linken marschiert.

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