„Point of no Return…“

Was für ein Jahr! Eines für die Geschichtsbücher. Oder zumindest für ein neues Kapitel von „Extraordinary Popular Delusions and the Madness of Crowds” (Außergewöhnliche populäre Irrtümer und die Verrücktheit der Massen).

Da waren zum Beispiel:
Ein großes, wunderschönes Haushaltsmonstrum. Die Neuigkeit: Es ist ein „Haushalt”, der den Bankrott garantiert! Und Zölle. Die gab es seit Smoot und Hawley nicht mehr, als sie die Weltwirtschaft während der Großen Depression der 1930er Jahre ruiniert haben. Oder wie wäre es mit einem historischen „Friedensvertrag“ – bei dem die eine Seite die andere weiterhin tötet …?!
Und die erste die „verdeckte“ Operation der CIA, die vom US-Präsidenten angekündigt wurde! Ebenfalls bekannt geworden sind die 3,4 Milliarden Dollar, die die Familie Trump in den vergangenen zwölf Monaten verdient hat – nicht einmal die Bidens kamen annähernd an diese Summe heran.
Fragen nach Gut und Böse … Krieg und Frieden … Armut oder Wohlstand… wurden angesprochen; und der Präsident schläft ein. In seinen wachen Stunden strebte Trump nach Schlagzeilen… und er trifft ins Schwarze. Er mag wichtige Kabinettssitzungen versäumt haben, aber er wachte später wieder auf… und die vierte Gewalt hatte noch nie so viele Gelegenheiten.
Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass das amerikanische Volk einen Präsidenten wählen würde, der die Würde eines Schulabbrechers hat? NBC dazu:
„Präsident Donald Trump veröffentlichte am Samstag ein KI-generiertes Video, in dem er in einem Kampfjet zu sehen ist, der etwas, das wie Fäkalien aussieht, auf US-Demonstranten abwirft. Das 19 Sekunden lange Video zeigt Trump mit einer Krone in einem Kampfjet mit der Aufschrift „King Trump“.
Er veröffentlichte das Video auf seinem Truth Social-Account nach den landesweiten „No Kings“-Kundgebungen, die aus Protest gegen Trump und seine Regierung organisiert worden waren…
Aber bleiben wir beim Thema Geld…
Das 21. Jahrhundert begann mit einer US-Verschuldung von 5,6 Billionen Dollar. Dann fügte George W. Bush 4,2 Billionen Dollar hinzu. Barack Obama fügte 7,6 Billionen Dollar hinzu, gefolgt von weiteren 7,8 Billionen Dollar in Trumps erster Amtszeit… und 8,4 Billionen Dollar in den Biden-Jahren, sodass sich die Gesamtsumme im Jahr 2024 auf 35 Billionen Dollar beläuft.
Vor einem Jahr kontrollierte Trump die Republikanische Partei… und die Republikaner kontrollierten beide Häuser des Kongresses. Es war eine atemberaubende Gelegenheit, den Dollar zu retten, ein Vierteljahrhundert rücksichtsloser Ausgaben umzukehren und zu einem ausgeglichenen Haushalt zurückzukehren.
Was dann geschah, wirde mit ziemlicher Sicherheit das Schicksal der Nation besiegeln. Wenn die USA weiterhin so viel Kredite aufnehmen und Geld ausgeben würden wie in den letzten 25 Jahren, werden sie vor der nächsten Präsidentschaftswahl den „Point of no Return” überschreiten. Dann ist es mathematisch nahezu unmöglich, eine finanzielle Katastrophe (Bankrott, Inflation, Zahlungsausfälle, Depression) zu vermeiden.
Aber Herr Trump hat den Stier nicht bei den Hörnern gepackt. Er schien weder zu wissen noch sich darum zu kümmern, wo der Stier war. Er schien sich auch nicht daran zu erinnern, dass er gewählt worden war, um Dinge zu ändern … und nicht, um den Weg von Bush, Obama und Biden fortzusetzen.
Anstatt den Kurs zu ändern, hat er die heutigen Finanztrends zementiert. Im Jahr 2025 stieg die US-Verschuldung auf 38,5 Billionen Dollar und die Zinszahlungen für die Schulden sind auf über 1 Billion Dollar jährlich gestiegen.
Mit anderen Worten: Vor Donald Trump ging es bergab. Und jetzt geht es noch immer bergab, nur noch schneller.
Und doch gibt es viele, die glauben, dass der „Big Man“ Anerkennung verdient. Die Wirtschaft läuft nicht schlecht, sagen sie. So weit, so gut. Immerhin keine Rezession und keine nennenswerte Arbeitslosigkeit. Die Inflation, sagt Trump, sei vorbei. Und die Zölle werden Hunderte von Milliarden an Einnahmen bringen, zusammen mit einer Renaissance der US-amerikanischen Fertigungsindustrie.
Aber das Gleiche zu tun wie alle Vorgänger ist keine gute Idee, vor allem dann nicht, wenn man auf den Bankrott zusteuert. Trumps Programm ist im Grunde eine Fortsetzung des Biden-Plans – mit niedrigen Zinsen zur Ankurbelung der Vermögenspreise und Konjunkturhilfen – Krieger-Dividenden, Zoll-Dividenden, Trump-Konten – um die Ausgaben anzukurbeln.
Die Ergebnisse sind auch in etwa gleich. Die Inflationsrate lag bei etwa 3 %, als Trump zum zweiten Mal ins Weiße Haus einzog… ein Jahr später liegt sie immer noch bei etwa 3 %. Das BIP-Wachstum liegt in den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 bei etwa 2,5 %. Das ist weniger als Bidens 3,2 %, aber in einer ähnlichen Größenordnung.
Dennoch wiederholt Trump immer wieder, dass seine Wirtschaftspolitik die Note „A plus, plus, plus, plus” verdiene.
Was für ein Wahnsinn!
Seit Anbeginn der Zeit bis heute hat es in jedem Fall – sowohl theoretisch als auch empirisch – zu einer Katastrophe geführt, wenn Regierungen mehr ausgeben als sie einnehmen. Auch dieses Mal wird die Fed einfach das Geld „drucken”, das sie braucht, um weiterhin über ihre Verhältnisse zu leben. Am 1. Dezember 2025 beendete die Fed ihre QT (quantitative Straffung … auch bekannt als Inflationsbekämpfung). Bald wird sie mit QE (quantitative Lockerung … auch bekannt als Inflation) beginnen.
Die Illusion des Trump-Teams besteht darin, dass alle Probleme, die wir haben, ob real oder imaginär – Drogen, Kriminalität, Zinssätze, Armut, Wohnungsnot –, die Schuld anderer sind. Und das Kernstück des Wirtschaftsprogramms sind Zölle. Trump macht Ausländer dafür verantwortlich, dass sie uns bessere Produkte zu niedrigeren Preisen verkaufen. Deshalb belastet er die US-Verbraucher mit Zöllen, die mittlerweile etwa fünfmal so hoch sind wie vor einem Jahr.
Das Bemerkenswerteste an den Zöllen ist wahrscheinlich, dass so viele Menschen sie akzeptieren. Mit seinen eigenen Aussagen zerstört der Präsident Unternehmen und macht Millionen von Menschen ärmer.
Aber die „Massen” folgen ihm trotzdem.
Wie verrückt sind diese Leute?
Bleiben Sie wachsam…
Mit freundlichen Grüßen,
Bill Bonner
