Frankreich ist schlimmer als die Sowjetunion…

Doch Deutschland und die USA rangieren nur knapp dahinter. Die Grafik der Woche – präsentiert von Lau Vegys für Doug Casey`s Crisis Investing…
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Die Staatsverschuldung der USA nähert sich der unvorstellbaren Summe von 39 Billionen US-Dollar.

Nein, das ist kein Tippfehler. In Zahlen: 39.000.000.000.000 US-Dollar.

Der Grund ist einfach: Die Staatsausgaben sind völlig außer Kontrolle geraten. Jahr für Jahr gibt die US-Regierung mehr aus, als sie einnimmt.- und zwar völlig unabhängig davon, welche Partei gerade an der Macht ist, Allein die Sozialversicherung, Medicare, das Militär und Zinszahlungen verschlingen einen Großteil des Budgets – und alle diese Ausgaben wachsen immer weiter an.

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass moderne Volkswirtschaften nun einmal so funktionieren. Große Regierung, hohe Ausgaben, hohe Defizite. Aber um zu verstehen, wohin dieser Weg führt, müssen wir uns ein Land ansehen, das diesen Weg schon viel weiter gegangen ist.

Werfen Sie dazu einen Blick auf die folgende Grafik. Die Staatsausgaben verschiedener Länder werden n hier miteinander verglichen:

Wie Sie sehen, ist der unangefochtene Weltmeister der Staatsausgaben – Trommelwirbel, Tusch – Frankreich. Mit 57,2 Prozent des BIP verbraucht die französische Regierung heute mehr von ihrer Wirtschaft als die Sowjetunion unmittelbar vor ihrem Zusammenbruch.

Um fair zu sein: Wir sprechen hier nicht von Stalins UdSSR, in der der Staat alles kontrollierte. Wir befinden uns im Jahr 1990 – einem System, das bereits zusammengebrochen war. Jahrzehnte der zentralen Planung hatten die Sowjets schließlich eingeholt, und die Perestroika beschleunigte den Zerfall. Ich wurde in den 1980er Jahren dort geboren, daher erinnere ich mich daran – an das Chaos, die Knappheit, die Dysfunktionalität.

Und doch hat Frankreich – ein moderner westlicher Staat, der über alle Instrumente des Kapitalismus verfügt – heute eine Regierung, die einen noch größeren Anteil seiner Wirtschaft verbraucht als die Sowjetunion damals. Nebenbei bemerkt: Deutschland käme in der obigen Grafik für das Jahr 2025 auf einen Wert von 50,4 Prozent, rangiert also ziemlich genau auf Höhe der ehemaligen Sowjetunion.

Betrachten wir die Konsequenzen dieser Ausgabenorgie:

In Frankreich haben Rentner heute ein höheres Einkommen als Berufstätige. Der durchschnittliche französische Rentner erhält monatlich 1.626 Euro (etwa 1.900 US-Dollar). Der durchschnittliche Arbeitnehmer hat zwar ein höheres Bruttogehalt, erhält aber nach Abzug der Abgaben netto etwa zwei Prozent weniger.

Lesen Sie das noch einmal: Die Menschen im Ruhestand sind wohlhabender als die Menschen, die arbeiten.

Als ob das noch nicht schlimm genug wäre, gibt Frankreich mittlerweile etwa 32 Prozent seines gesamten BIP ausschließlich für Sozialleistungen aus. Das Land hat eine der höchsten Steuerbelastungen unter allen Industrienationen – 44 Prozent jedes erwirtschafteten Euro fließen direkt an den Staat. Darüber hinaus zahlen Arbeitgeber zusätzlich 45 Prozent ihres Bruttolohns an Sozialabgaben, die über die Gehälter hinausgehen. Die Einstellung einer Person in Frankreich kostet heute deshalb so viel wie die Einstellung von 1,5 Personen in den Vereinigten Staaten.

Das Ergebnis? Die Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich zählt zu den höchsten in den Industrieländern. Qualifizierte Arbeitskräfte wandern in die Schweiz, nach Großbritannien und in die Vereinigten Staaten ab. Das Wirtschaftswachstum stagniert seit zwei Jahrzehnten. Unterdessen steigt das Defizit der Staatsausgaben trotz erdrückender Steuersätze immer weiter an.

Man sagt, Buenos Aires sei das „Paris Südamerikas”. Nun, derzeit sieht es eher so aus, als sei Paris das Buenos Aires Europas – und Frankreich insgesamt könnte zum Argentinien Europas werden, eine Meinung, die viele meiner französischen Freunde teilen.

Damit kommen wir zu der Frage, warum diese Entwicklung auch für US-Amerikaner von Bedeutung sein sollte.

Die USA haben das Niveau Frankreichs noch nicht ganz erreicht. Aber sie befinden sich auf dem identischen Weg.

Schauen Sie sich die obige Grafik noch einmal an. Die US-Regierung verbraucht heute 37,6 Prozent der US-amerikanischen Wirtschaftsleitung. Damit liegen die Vereinigten Staaten deutlich vor China mit einer Staatsquote von 33 Prozent und weit vor Vietnam mit nur 20 Prozent.

Und das sind nur die Ausgaben des Bundes – rechnet man die Ausgaben der Bundesstaaten und Kommunen hinzu, steigt die Zahl in den USA auf etwa 46 Prozent (womit die Vereinigten Staaten auf dem Niveau des EU-Durchschnitts liegen).

Lassen Sie das auf sich wirken: Die amerikanische Regierung gibt mittlerweile mehr aus als die Volksrepublik China und das kommunistische Vietnam.

Und diese Zahlen steigen weiter.

Ja, die USA sind nicht Frankreich. Noch nicht. Aber wenn man einmal diesen Weg eingeschlagen hat – auf dem die Regierung schneller wächst als die produktive Wirtschaft –, gibt es nur ein Ende.

Doug Casey warnt seit Jahren davor. Eine große Regierung besteuert und gibt fremdes Geld aus. Sie erstickt die Kapitalbildung, bestraft Erfolg, belohnt Abhängigkeit und bricht schließlich unter ihrem eigenen Gewicht zusammen.

Frankreich ist eine deutliche Warnung. Die Frage ist, ob Amerika sie beherzigen wird.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Lau Vegys

Der englischsprachige Beitrag ist ursprünglich hier erschienen…

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Eine Antwort

  1. Es geht immer um Interessen, beginnt mit der Geburt, Babyschreie – „habe kalt, habe Hunger etc.“
    Das Government will die Macht behalten, der Bürger seine Status- und Besitzrechte nicht aufgeben. Das bedingt immer mehr Verschuldung.
    Wir befinden uns in einem Teufelskreis aus dem wir nicht mehr heraus kommen. Die Frage besteht für mich nur noch, kommt es zu einem geordneten Neustart oder nicht. Idealerweise global, mit der kompletten Abschreibung aller Derivate Geschäfte auf „0“. Es kann nicht sein, dass rechtmäßig erworbene Ansprüche zur Tilgung von Government Schulden dienen.

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