In Zeiten einer globalen Schuldenorgie stürzen ausgerechnet Gold und Silber in die Tiefe. Was ist da los?
Ein Schlüssel zum Verständnis dieser erstaunlichen Entwicklung ist vermutlich in der „langen Leitung“ vieler Investoren zu suchen: Die Masse der Anleger hat bis zum heutigen Tag nicht begriffen, dass sich die Welt im Finale eines historisch einzigartigen Schuldenzyklus befindet…
Doch weil die US-Notenbank bei ihrer jüngsten Sitzung keine Zinssenkungen in Aussicht gestellt hatte, (unerhört!) verschleudern die Anleger jetzt ihre Pretiosen, namentlich Gold und Silber. Denn die Edelmetalle werfen selbst ja keine Zinsen ab, werden nach landläufiger Meinung also umso „unattraktiver“ je höher die Renditen von Staatsanleihen und letztlich auch die Leitzinsen notieren. Und wenn die Fed die Zinsen nicht senkt, dann könnte sie diese ja wegen des Ölpreis-Anstiegs und daher drohender Inflation womöglich sogar anheben…
Diese bloße Erwartung triggert gerade einen panikartigen Ausverkauf: Nichts wie raus mit inflationsschützenden Anlagen wie Gold und Silber. Dass dies eine kurzsichtige Entscheidung ist, dürften die kommenden Monate zeigen. Doch vorher dürfte sich die Panik noch ein wenig zuspitzen.
Einmal laut gedacht: Wie wäre es denn, wenn das Silber noch einmal das „alte Hoch“ bei 50 US-Dollar testen würde? An dieser Hürde war das Edelmetall mehr als 40 Jahre lang immer wieder gescheitert. Solche Betonunterstützungen werden an der Börse mit Vorliebe noch einmal angesteuert, weil dann alle unsicheren Kantonisten in hohem Bogen aus dem Sattel geworfen werden. Wieviel Platz da noch wäre, das zeigt der folgende Fünf-Jahres-Verlauf der Silber-Notierungen auf Wochenbasis. Achten Sie auf die blaue Linie:

Und an dieser Stelle kommt der renommierte Makrostratege David Hunter ins Spiel. In einem Interview mit Palisades Gold zeichnet der Analyst für die kommenden Jahre ein dramatisches Bild:
Angetrieben von einem Einbruch am Aktienmarkt werde die US-Notenbank wie gewohnt zu Hilfe eilen und „Rettungspakete“ schnüren, die diesmal jedoch weit über alles hinausgehen würden, was heute vorstellbar ist.
Diese massive Geldschöpfung der Zentralbanken zur „Rettung“ des Systems werde eine Inflation auslösen, die weit über das bekannte Maß hinausgehen werde. Hunter sieht Inflationsraten von bis zu 25 Prozent am Horizont heraufziehen…
Dies werde zu einer beispiellosen Explosion der Rohstoffpreise führen, die den Goldpreis bis zum Beginn des nächsten Jahrzehnts auf bis zu 20.000 US-Dollar je Feinunze katapultieren könnte.
Laut Hunter befindet sich die Welt am Vorabend eines gewaltigen Wandels, der von einer massiven inflationären Welle und einer globalen Umschichtung von Papier- in Sachwerte geprägt sein werde…
Der Ölpreis könnte laut Hunter in einem solchen Umfeld auf 500 US-Dollar je Barell steigen, während Gold und Silber ihre Stärke als ultimativer Schutz gegen die Entwertung der Papier-Währungen ausspielen würden.
Das Erstaunlichste an diesen Aussagen ist allerdings, dass sich ein solches Szenario tatsächlich bereits ziemlich deutlich abzeichnet – von vielen Anlegern aber trotzdem ignoriert wird…
Alten Börsenhasen ist außerdem bestens bekannt, dass die Börse, diese launische Diva, auch in diesem spektakulären Fall den Weg des größten Schmerzes gehen wird. Und da die größten Kursanstiege in schöner Regelmäßigkeit diesem Muster folgen, müssen die Edelmetall-Märkte jetzt erst einmal gründlich „gesäubert“ werden. Das kann jedoch eine Weile dauern. Und die Kurse können noch viel tiefer fallen, als man das „normalerweise“ erwarten würde…
Um damit auf die Überschrift zurück zu kommen: Wer unserem Rat gefolgt ist, und beizeiten Cash-Bestände aufgebaut hat, der muss jetzt nichts überstürzen. Denn nach einer „Rasur“ wie zuletzt bei den Edelmetallen, wird es eine Weile dauern, bis sich die Wogen geglättet haben und die Anleger wieder klar denken können…aktuell zittern denen die Knie und dabei sollte man sie am besten nicht stören…
Und natürlich wird uns die Börse auch diesmal sagen, wann es an der Zeit ist, die Cash-Reserven aufzulösen.
Nur Geduld…
Mehr dazu in der der April-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs…






