Kriege waren in der Vergangenheit einer der wichtigsten Faktoren für den sprunghaften Anstieg der US-Staatsverschuldung: Der Sezessionskrieg in den 1860er Jahren war der erste echte Explosionspunkt: Die Staatsverschuldung stieg von etwa 65 Millionen Dollar im Jahr 1860 auf rund 2,7 Milliarden Dollar nach dem Krieg – ein Anstieg von über 4.000 %.
(Der prozentuale Anstieg ist so hoch, weil die Verschuldung von einer so niedrigen Basis ausging, da US-Präsident Andrew Jackson sie 1835 vollständig abgebaut hatte. Ebenso ist der prozentuale Anstieg bei späteren Konflikten geringer, da diese von einer viel höheren Schuldenbasis ausgingen.)
Der Erste Weltkrieg führte zu einem weiteren enormen Sprung: Die Verschuldung stieg von etwa 2,9 Milliarden Dollar im Jahr 1914 auf etwa 25 Milliarden Dollar im Jahr 1920 – ein Anstieg um rund 760 %.
Der Zweite Weltkrieg war nominal noch umfangreicher und trieb die Verschuldung von etwa 51 Milliarden Dollar im Jahr 1940 auf etwa 260 Milliarden Dollar nach dem Krieg – ein Anstieg um etwa 410 %.
Der Vietnamkrieg führte zu einem Anstieg der US-Staatsverschuldung von etwa 317 Milliarden Dollar im Jahr 1965 auf etwa 533 Milliarden Dollar im Jahr 1975 – ein Anstieg um rund 68 %.
Nach den besten verfügbaren Schätzungen verursachte der Afghanistan-Krieg Kosten in Höhe von etwa 59 % der ausstehenden Staatsschulden zu Beginn des Konflikts, während der Irak-Krieg 2003 Kosten in Höhe von etwa 47 % verursachte. Kriege waren historisch gesehen einer der größten Treiber für massive Sprünge bei den US-Staatsschulden.
Der Iran-Krieg dauert nun schon gut drei Monate an. Die US-Staatsverschuldung belief sich zu Kriegsbeginn auf rund 38,7 Billionen Dollar und ist inzwischen auf über 39,2 Billionen Dollar gestiegen. Wie hoch wird sie am Ende des Krieges sein? Niemand weiß das, aber man kann davon ausgehern, dass sie deutlich höher liegen wird.

Zwar gilt: Krieg = Inflation, doch gibt es in diesem Prozess einen Zwischenschritt: die Verschuldung: Kriegsausgaben werden größtenteils durch Schulden finanziert, die dann zum Großteil von der Zentralbank mit Geld aufgekauft werden – Geld, das sie aus dem Nichts erschafft.
Eine genauere Gleichung lautet daher:
Krieg = Verschuldung = Inflation…
Auf diese Weise treibt der Iran-Krieg die Verschuldungsspirale der US-Regierung in die Höhe und beschleunigt die immer weiter voranschreitende Geldentwertung, die bereits kurz vor einem Krisenpunkt stand, noch bevor man die verstärkenden Auswirkungen des Krieges berücksichtigt.

Doch das ist noch nicht alles.
Ein weiteres wahrscheinliches Opfer des Iran-Kriegs ist das Petrodollar-System, das im Wesentlichen ein Schutzgeldsystem für die großen, mit den USA verbündeten Öl produzierenden Länder im Nahen Osten ist, wie Saudi-Arabien, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Katar.
Das Konzept ist einfach. Das US-Militär „schützt“ diese Länder im Gegenzug für deren Zustimmung, Ölverkäufe in US-Dollar abzuwickeln und die Erlöse in den US-Treasury-Markt zurückfließen zu lassen, wodurch der Dollar gestützt und dazu beigetragen wird, die Zinssätze niedriger zu halten, als sie es sonst wären.
Das Petrodollar-System ist seit Nixons Aufhebung der letzten Bindung des Dollars an Gold im Jahr 1971 eine massive Stütze für den US-Dollar gewesen.
Doch dieses System zerfällt nun vor unseren Augen.
Der Iran-Konflikt verdeutlicht auf drastische Weise die Grenzen der militärischen Macht der USA und deren Unfähigkeit, den Schutz zu gewährleisten, den die arabischen Golfstaaten in Anspruch genommen hatten. Der Iran hat gezeigt, dass er der neue Sheriff in der Stadt ist und dass die Schutzversprechen der USA nicht nur wertlos, sondern sogar kontraproduktiv sind, da die US-Präsenz unkontrollierte Instabilität in den Regionen beschleunigt.
Und da die Straße von Hormus gesperrt und die Ölinfrastruktur beschädigt ist, wird weit weniger von ihrem Öl verkauft und fließt daher auch weit weniger zurück in den Markt für US-Staatsanleihen. Das ist ein weiterer Gegenwind für US-Staatsanleihen.
Es gibt nicht nur weniger Nachfrage nach Staatsanleihen durch die Rückführung von Petrodollars durch die Ölproduzenten am Persischen Golf, sondern auch potenziellen Verkaufsdruck.
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Idee ins Spiel gebracht, einen Teil ihrer Treasury-Reserven, die einen Großteil ihrer 285 Milliarden Dollar an Devisenreserven ausmachen, zu verkaufen, um die Verluste bei den Öleinnahmen auszugleichen. Anstatt Staatsanleihen zu verkaufen und damit eine Verunsicherung des Anleihemarktes zu riskieren, beantragte das Land eine Währungsswap-Linie. Finanzminister Bessent beschrieb Swap-Linien als ein Mittel, um „den Verkauf von US-Vermögenswerten auf ungeordnete Weise zu verhindern“. Offensichtlich ist er besorgt über Spannungen am Markt für US-Staatsanleihen.
Darüber hinaus hat der Iran offen erklärt, dass eine seiner Bedingungen für die sichere Durchfahrt von Öltankern durch die Straße von Hormus die Entrichtung einer Maut in chinesischen Yuan in Höhe von etwa 1 US-Dollar für jedes Barrel Öl ist, das über Hormus verschifft wird. Es wird gemunkelt, dass schon mehr als 20 Länder diese Bedingungen des Iran akzeptiert haben. Der Iran sammelt die Mautzahlungen für die Straße von Hormus wahrscheinlich in Yuan auf einem chinesischen Bankkonto und verwendet diese Yuan dann zum Kauf von physischem Gold oder chinesischen Waren und Materialien, von denen einige zweifellos Teherans Kriegsanstrengungen unterstützen und über Landverbindungen durch Zentralasien per Bahn in den Iran transportiert werden können, ohne dass eine Beschlagnahmung oder Unterbrechung zu befürchten ist.
Japan soll eines dieser Länder sein. Tokio ist stark von Energieimporten abhängig, wobei rund 90 % seines Öls durch die Straße von Hormus fließen. Diese Anfälligkeit erklärt Berichte, wonach Japan möglicherweise sogar die Währung seines Rivalen, den chinesischen Yuan, verwendet, um die neuen Zahlungsbedingungen des Iran zu erfüllen und die Versorgung mit lebenswichtigen Energieträgern aufrechtzuerhalten.
Folglich könnten wir bald erleben, wie das Petrodollar-System einem Petroyuan-System weicht.
Niemand weiß genau, wie sich das alles entwickeln wird, aber es ist schon heute absehbar, dass der US-Dollar und der US-Anleihemarkt die größten Verlierer im Iran-Krieg sein werden.
Zehnjährige US-Staatsanleihen: Der Stressindikator des Fiat-Systems…
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist wohl der wichtigste finanzielle Maßstab im globalen Fiat-System, da sie weltweit Bewertungen und Markttrends bestimmt. Sie wird weithin – und fälschlicherweise – als risikofreier Zinssatz angesehen.
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen kann als wichtiger Gradmesser des US-Dollar-basierten Papiergeld-Systems betrachtet werden – als entscheidender Indikator, der seinem schlagenden Herzen gleicht.
Anleiherenditen entwickeln sich umgekehrt zu den Anleihekursen. Wenn die Anleihekurse fallen, steigen die Anleiherenditen.
Eine steigende Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen signalisiert Probleme für den US-Dollar, da dies bedeutet, dass Anleger Staatsanleihen verkaufen, was die Kreditkosten der US-Regierung in die Höhe treibt. Deshalb ist die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ein Damoklesschwert für die US-Regierung.
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen lag bei Kriegsbeginn bei 3,97 %. Aktuell notiert sie bei etwa 4,60 %, was einem Anstieg von rund 63 Basispunkten entspricht.
Ich gehe davon aus, dass die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen in den kommenden Monaten weiter steigen wird – bis sie die Fed zum Handeln zwingt. Dann wird die Intervention als „Rettung“ verkauft werden, aber der Mechanismus wird bekannt sein: Die Renditen werden durch Währungsabwertung nach unten gedrückt.
Bei der aktuellen Verschuldung führt jeder Anstieg der durchschnittlichen Kreditkosten des Staates um 1 Basispunkt zu einem Anstieg der jährlichen Zinsaufwendungen um rund 3,9 Milliarden Dollar. Ein Anstieg um 63 Basispunkte ist also nicht unerheblich – er bedeutet zusätzliche jährliche Zinskosten in Höhe von fast 250 Milliarden Dollar und vergrößert das Haushaltsdefizit für 2025, das ohnehin schon bei rund 1,8 Billionen Dollar lag, erheblich.
Höhere Renditen bedeuten, dass die US-Regierung Dutzende oder sogar Hunderte von Milliarden Dollar mehr an Zinsen für ihre Schulden zahlen muss. Gleichzeitig entstehen der Weltwirtschaft zusätzliche Kosten, weil die Renditen von US-Staatsanleihen weltweit als Benchmark für die Kreditaufnahme dienen.

Das ist kein unbedeutender Schritt. Angesichts all der erwähnten Probleme ist zu vermuten, dass die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen deutlich steigen wird, weilö die Anleger höhere Renditen verlangen werden, um die steigende Inflation auszugleichen. Sollte die Straße von Hormus zudem geschlossen bleiben, sind drastisch höhere Ölpreise so gut wie sicher.
Höhere Energiepreise bedeuten höhere Preise in der gesamten Wirtschaft und höhere offizielle Inflationsraten, was wiederum bedeutet, dass die Anleger noch höhere Renditen als Ausgleich verlangen werden.
Das Problem ist, dass die Zinsen für die Staatsschulden bereits über 1,2 Billionen Dollar betragen und mittlerweile den zweitgrößten Posten im Haushalt ausmachen. Die US-Regierung kann sich keine wesentlich höheren Renditen leisten, da die Zinslast sie in den Bankrott treiben würde.
Ich bin mir nicht sicher, wie – oder ob die US-Regierung diese Situation überhaupt bewältigen kann. Irgendetwas muss nachgeben, und wir werden nicht lange warten müssen, um herauszufinden, wie das alles weitergeht.
Der Krieg gegen den Iran könnte sich als mehr als nur eine weitere außenpolitische Katastrophe erweisen. Er könnte der Auslöser sein, der die Fragilität des gesamten auf dem US-Dollar basierenden Finanzsystems offenbart.
Wenn Krieg, Verschuldung, Inflation und ein schwächelnder Markt für Staatsanleihen aufeinanderprallen, können die Folgen schneller eintreten, als die meisten Menschen erwarten. Die Mainstream-Medien werden Ihnen nicht helfen, dies vorauszusehen – und wenn es offensichtlich wird, ist es bereits zu spät, um Maßnahmen zu ergreifen.
In Momenten wie diesen verschwindet Vermögen nicht einfach. Es wandert – von den Unvorbereiteten zu denen, die die Veränderung frühzeitig erkennen und sich entsprechend positionieren.
Bleiben Sie wachsam…






