Positive Arbeitsmarktdaten aus den USA hatten die Aktienmärkte am vergangenen Freitag durchgeschüttelt. Unter Druck kamen auch Gold und Silber, die Industriemetalle, viele Technologieaktien – und ganz besonders der Bitcoin. Bei den Edelmetallen ist die Lage hochinteressant, denn hier könnten sich während des Sommers bullische Konsolidierungsmuster, unterstützt von saisonalen Faktoren, nach oben hin auflösen…
Laut dem Bericht der US-Regierung waren in den USA trotz des Iran-Kriegs außerhalb der Landwirtschaft zuletzt 172.000 neue Stellen geschaffen worden. Ökonomen hatten lediglich einen Anstieg um 85.000 Jobs erwartet. Warum die Aktienmärkte trotz dieser erfreulichen Nachricht gefallen sind, ist in einem Satz erklärt: Anleger rechnen vorerst nicht mehr mit weiteren Zinssenkungen durch die US-Notenbank.
Bei der Gelegenheit wurden daher auch Öl, Kupfer und die Edelmetalle, viele hochgejubelte Technologieaktien und der Bitcoin verkauft, denn die Aussicht auf noch mehr billiges Geld hat sich vorerst verflüchtigt.
Das Phänomen dürfte allerdings vorübergehender Natur sein, denn wer hinter die Kulissen unseres ungedeckten Schuldgeldsystems blickt, der wird erkennen, dass dieses System, ähnlich wie ein drogensüchtiger Junkie, der den nächsten „Schuss“ herbeisehnt, existenziell auf eine nie versiegende Geldflut angewiesen ist…
Die kalte Dusche vom Freitag könnte sich daher in einigen Sektoren schon bald „ganz unerwartet“ als prächtige Nachkaufgelegenheit entpuppen. Besonders interessant ist die Lage jetzt bei den Edelmetallen: Wie im Gleichschritt laufen die beiden Geschwister Gold und Silber derzeit in bullische Konsolidierungsdreiecke hinein, die in den kommenden Wochen nach oben aufgelöst werden könnten.
Sehen wir uns zunächst das Gold an:
Wie die folgende Grafik zeigt, hat das „Metall der Könige“, hier dargestellt am populären SPDR Gold-ETF mit dem Kürzel GLD, am vergangenen Freitag fast punktgenau an der wichtigen Haltezone bei 400 US-Dollar aufgesetzt. Achten Sie auf die waagrechte rote Linie.
Hier war im Herbst vergangenen Jahres ein wichtiges Hoch markiert worden (roter Pfeil). Solche prominenten Haltezonen werden während einer bullischen Konsolidierung gerne noch einmal angelaufen und kurzzeitig auch unterschritten, weil sich dort viele Stopp-Marken „abräumen“ lassen.
Auffallend ist außerdem, dass sich das On Balance Volume in der Grafik ganz oben trotz der laufenden Korrektur weiterhin in der Nähe eines Mehrjahreshochs befindet. Der Indikator dient dazu, das Handelsvolumen mit dem Kursverlauf in Verbindung zu bringen. Die positive Divergenz zwischen dem Preistief und dem Hoch beim Handelsvolumen deutet darauf hin, dass der Goldpreis seine Aufwärtsbewegung mittelfristig wieder aufnehmen wird:

Interessanterweise zeigt der in den USA rege gehandelte Goldminen-ETF mit dem Kürzel GDX ein ganz ähnliches Bild: Auch die Minenwerte aus dem GDX, wie auch die kleineren Titel aus dem Junior-ETF GDXJ (nicht abgebildet) scheinen das Hoch vom vergangenen Herbst jetzt noch einmal zu testen. Die folgende Grafik zeigt das am Beispiel des GDX. Achten Sie auf den roten Pfeil:

Wenig überraschend läuft auch das Silber in ein bullisches Konsolidierungsmuster hinein. Das Hoch vom Herbst vergangenen Jahres bei rund 55 US-Dollar ist hier sogar noch ein ganzes Stück entfernt. Achten Sie auf den blauen Pfeil in der folgenden Grafik. Die Beobachtung unterstreicht die relative Stärke, mit der das Silber seit einigen Monaten aufwarten kann.

Bei den Edelmetallen kommt an dieser Stelle ein saisonaler Aspekt ins Spiel, der verdeutlicht, warum sich Anleger von der Schrecksekunde am vergangenen Freitag nicht beeindrucken lassen sollten:
Mit dem Juni beginnt bei den Edelmetallen gerade eine der interessantesten Phasen des gesamten Jahres: Betrachtet man die Kursverläufe mehrerer Jahrzehnte, dann zeigt sich, dass statistisch gesehen die Phase zwischen Anfang Juni und Anfang Juli die beste Zeit für Käufe am Edelmetall-Markt ist. Die folgende Grafik zeigt dazu eine 30jährige Betrachtung des Goldpreises mit dem prominenten Tief Anfang/Mitte Juni (roter Pfeil):

Die Betrachtung eines 50-Jahres-Zeitraums macht beim Gold die jährliche Aufwärtsbewegung deutlich, die statistisch gesehen Anfang Juli beginnt (blauer Pfeil):

Es erschließt sich nicht, warum diese saisonalen Muster ausgerechnet in diesem Jahr, in einem Umfeld geopolitischer Großkrisen und fortgesetzter staatlicher Verschuldungsorgien anders verlaufen sollten…
Abschließend noch ein Blick auf den Bitcoin:
Anders als bei den Edelmetallen könnte hier gerade ein jahrelanger Bullenmarkt zu Grabe getragen werden: Das vermeintliche „digitale Gold“ schickt sich an, unter seinen gleitenden 200-Wochen-Durchschnitt zu rutschen. Achten Sie auf die rote Linie in der folgenden Grafik:

Wird diese langfristig enorm wichtige Zone in den kommenden Wochen aufgegeben, dann ist das Ende dieser Spekulationsgeschichte mit einiger Wahrscheinlichkeit besiegelt…
Von unseren Bitcoin-Aktien hatten wir uns in den vergangenen Monaten rechtzeitig verabschiedet. Derzeit besteht kein Handlungsbedarf.
Welche Gold- und Silberminen-Aktien jetzt interessant sind, das sehen wir uns in der kommenden Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs an…






