Im Porträt: Andreas Hoose...

„Die wahren Schätze sind dort zu finden, wo die anderen nicht sind“

Moin Moin, Hallo und Grüß Gott (von Nord nach Süd),

ich freue mich sehr, dass Sie in diesen turbulenten Zeiten meine Seite gefunden haben!

Sie interessieren sich für die Börse, diese „launische Diva“, die den Anlegern so gern eine lange Nase macht? Dann lassen Sie sich erzählen, wie die Geschichte bei mir angefangen hat, und warum ich heute bestätigen kann, dass man auf dem rutschigen Börsenparkett am besten zurechtkommt, wenn man das genaue Gegenteil von dem macht, was alle anderen gerade umtreibt.

Interessanterweise ist das im „wirklichen Leben“ ja ganz ähnlich: Wenn alle zur gleichen Zeit in den Urlaub fahren, oder für einen Tagesausflug ans Meer oder in die Berge, nur als Beispiel, dann bleibt man am besten zu Hause und macht es sich auf dem Balkon gemütlich. Herrlich, diese Ruhe!

Auf dem Bild oben sehen Sie mich übrigens bei einer Skitour auf dem Gipfel des Schafreuther. Dort treffen Sie mich deshalb bevorzugt wochentags oder bei widrigen Bedingungen. Eben genau dann, wenn „nix los“ ist und man die grandiose Aussicht in aller Stille erleben kann…

Das Gipfelkreuz steht auf 2.102 Metern Höhe. Es ist der höchste Punkt im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Die Region am Rand der Alpen zählt zweifellos zu den schönsten und landschaftlich spektakulärsten in ganz Deutschland. In Ulm geboren, in München aufgewachsen, in Bayreuth die interessante Kombination aus BWL und Sport studiert und im schönen Allgäu mit den Geheimnissen des Journalismus vertraut gemacht, fühle ich mich in dieser Traumgegend seit mehr als 20 Jahren „dahoam“. Kunststück, wird da mancher sagen. Wem würde es dort nicht gefallen?!“

Wie es dazu kam? Als notorisches „Landei“ habe ich mich in Großstädten schon immer unwohl gefühlt. Dieser Lärm, diese Hektik! Und die vielen neurotischen Menschen: Seelenlose Herdentiere, ohne Bezug zur Natur, die ihr Dasein dem „schönen Schein“ widmen und die ihren gesunden Menschenverstand eingetauscht haben gegen eine freiwillige Gehirnwäsche, der sie sich jeden Abend vor dem Fernsehgerät erneut hingeben. Was soll ich da? Eben.

Kommen wir damit zum eigentlichen Thema:

Schon zu Schulzeiten war die Börse für mich so eine Art Hobby: Spannend, herausfordernd und geheimnisvoll zugleich. Den ersten Kontakt mit den Kapitalmärkten hatte ich daher bereits als völlig unbedarfter Gymnasiast in den 1980er Jahren: 

Überall war damals zu lesen, dass man unbedingt Gold besitzen musste, wenn man angesichts ausufernder Inflationsraten auf der sicheren Seite sein wollte: Die Gazetten waren voll von entsprechenden Schlagzeilen – und so tauschte ich frohen Mutes meine Ersparnisse in ein paar Goldmünzen. Was sollte schon schiefgehen? Schließlich waren sich alle einig, dass man damit nichts verkehrt machen konnte.

Für ein paar Wochen erwies sich die Entscheidung tatsächlich als richtig, und ich freute mich über meinen ersten bescheidenen „Börsengewinn“. Doch schon im Januar 1981 begannen die Kurse zu bröckeln.

Als ich meine Goldmünzen einige Monate später mit herben Verlusten verkaufte, war noch nicht absehbar, dass aus einem vermeintlichen Rücksetzer eine gut 20 Jahre währende Edelmetall-Baisse werden sollte. Meine erste wichtige Erkenntnis lautete daher:

Die Masse hatte sich offenbar geirrt – und die Medien hatten mit ihrer unsinnigen und irreführenden Berichterstattung daran maßgeblichen Anteil.

Vom Gold wollte ich nach dieser Erfahrung erst einmal nichts mehr wissen und konzentrierte mich daher ab 1982 auf den Aktienmarkt. Einen kleinen Geldbetrag wollte ich dort möglichst sicher und gewinnbringend anlegen und entschied mich für die Aktien von Volkswagen. Nur Volkswagen. Sonst nichts. „Diversifikation“ und ähnlicher Fachkauderwelsch waren mir damals völlig fremd. Die Kurse habe ich seinerzeit übrigens aus der Tageszeitung per Hand in ein Schulheft übertragen und daraus meine ersten Charts gezeichnet.

Doch schon im Sommer 1987 folgte das nächste prägende Erlebnis. Wieder waren sich die Medien weitgehend einig: Die Aussichten für die Aktienmärkte seien bombastisch. Nichts könne die Gewinnsträhne stoppen, so lauteten die Jubelgesänge.

Mehr aus einer diffusen Ahnung heraus, und weil ich mir ein neues Rennrad leisten wollte, verkaufte ich im August 1987 völlig konträr zur vorherrschenden Mehrheitsmeinung alle meine Volkswagen-Aktien. 

Was kurz darauf folgte, sollte in die Geschichtsbücher eingehen: Am 19. Oktober 1987 rauschte der Dow Jones quasi aus dem Stand an einem einzigen Tag fast 23 Prozent in die Tiefe. Es war der größte Tagesverlust aller Zeiten…

Die folgende Grafik zeigt das ganze Spektakel:

Eines war mir somit schon sehr früh klar geworden:

An der Börse tut man gut daran, das genaue Gegenteil von dem zu machen, was die Medien hinausposaunen.

Und weil sich die Masse so gut wie ausschließlich von der Berichterstattung dort leiten lässt, hält man sich tunlichst von jenen Sektoren fern, die bei der Mehrheit der Anleger besonders beliebt sind. Auch medial angeheizte Stimmungsextreme sind ein wichtiges Warnsignal. Trendfolgemodelle, so lautete meine Schlussfolgerung, sind unsinnig, weil man damit zu einem Teil der Herde wird, anstatt eigene Wege zu gehen.

In der Politik ist es übrigens ganz ähnlich:

Wenn dort die überwiegende Mehrheit in die gleiche Richtung rennt, kann man sicher sein, dass da einiges ganz gewaltig schief läuft. Denken Sie dabei aber nicht nur an den Nationalsozialismus in Deutschland oder den Kommunismus in der ehemaligen Sowjetunion. Schauen Sie auch einmal aus dem Fenster…

Äußerst lehrreich ist in dem Zusammenhang das schon im Jahr 1885 erschienene Buch „Psychologie der Massen“ von Gustave Le Bon. Der Autor zeigt, wie Massenbewegungen entstehen, welche psychologischen Muster dabei eine Rolle spielen und warum sie immer wieder auftauchen. Ungemein erhellend, ganz besonders in Zeiten einer globalen Corona-Hysterie…

Der folgende zeitlos lesenswerte Beitrag des Multipolar-Magazins ist geeignet, diese Aussagen näher zu erläutern…

Was die Börsen angeht, habe ich zwischen dem Crash von 1987 und dem schicksalshaften Börsenjahr 2020 mit dem größten Aktienmarkteinbruch seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre so ziemlich alles erlebt, was vorstellbar ist. Doch ob Asienkrise 1997, Russland-Pleite 1998, Internetblase 2000, Aktienmarktbaisse 2003, Finanz- und Immobilienkrise 2008 oder Aktienmarkteuphorie 2019 und Corona-Panik 2020 – immer war es richtig, das genaue Gegenteil von dem zu tun, was die Masse machte.

Und weil sich die Psychologie von Anlegern und Medienschaffenden nicht plötzlich um 180 Grad verändert, wird das auch in Zukunft so sein.

Davon abgesehen kann ich die zahlreichen Börsen-Junkies nur bedauern, die einen Großteil ihrer kostbaren Lebenszeit vor dem Monitor verbringen, immer auf der Suche nach der nächsten „ganz großen Gelegenheit“.

Ich kann davon nur drigend abraten.

Denn erstens ist hektischer Aktionismus die sicherste Methode, um an der Börse aus einem großen Vermögen ein kleines zu machen.

Und zweitens hat das Leben deutlich mehr zu bieten als Börsenkurse.

So etwas zum Beispiel (von mir aufgenommen auf einer Skitour zum Schönberg bei Lenggries im bayerischen Oberland):

Finanzierung:

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