Silber geht in Führung…

Besondere Dynamik entfalten Boomphasen im Edelmetall-Sektor immer dann, wenn das Silber den Goldpreis hinter sich lässt. Der vergangene Freitag könnte der Startschuss zu einer solchen Entwicklung gewesen sein: Silber nimmt jetzt Fahrt auf…
Bild von Andreas Hoose

Andreas Hoose

Nicht ganz unbeteiligt an dieser Entwicklung ist Jerome Paul. Bei seiner jüngsten Rede in Jackson Hole hatte der Fed-Chef durchblicken lassen, dass Leitzinssenkungen in den USA noch in diesem Jahr eine Option sind, und zwar möglicherweise schon im September. Prompt sprangen nicht nur die Aktienmärkte an. Auch die Edelmetalle könnten mit dieser Nachricht im Rücken die Fesseln ihrer jüngsten Konsolidierung abstreifen und in Kürze den nächsten großen Aufwärtsschub starten…

Wird das Silber daher schon bald zu einem seiner berühmt-berüchtigten Höhenflüge aufbrechen? Anleger sollten diese Möglichkeit jetzt ernsthaft in Erwägung ziehen. Denn aus technischer Sicht werden gerade wichtige Weichen gestellt. Sehen wir uns das genauer an.

In der Tagesbetrachtung ist die Lage beim Silber sehr eindeutig: Mit dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag bei 38,87 US-Dollar hat das Silber sein zuletzt geformtes Konsolidierungsdreieck nach oben aufgelöst. Die folgende Grafik zeigt das. Auch der trendfolgende MACD steht jetzt unmittelbar vor einem Kaufsignal. Achten Sie auf die blaue Markierung unten rechts:

Dass das Ereignis ernst zu nehmen ist, zeigt ein Blick auf die Umsätze. Wir betrachten dazu den US-amerikanischen Silber-ETF mit dem Kürzel SLV. Wie die folgende Grafik verdeutlicht, wurde der Ausbruch beim Silber am vergangenen Freitag von deutlich ansteigenden Umsätzen begleitet (blauer Pfeil).

Der Goldpreis dagegen hat diesen Ausbruch noch nicht nachvollzogen und hinkt dem Silber jetzt hinterher: Die jüngste Konsolidierungsformation ist noch „in Arbeit“, sollte aber bei einer Fortsetzung der Edelmetall-Hause ebenfalls nach oben aufgelöst werden. Die folgende Grafik zeigt das:

Interessant ist an dieser Stelle, dass der Point & Figure Chart diese Signallage bei den Edelmetallen eindrucksvoll bestätigt: So hatte das Silber am vergangenen Freitag ein lupenreines „Double Top Breakout“ gebildet, ein Ausbruch über ein Doppelhoch. Dazu die folgende Grafik:

Beim Goldpreis ist dagegen von einem Ausbruch auch auf dem Point & Figure Chart noch nichts zu sehen. Das Metall der Könige bewegt sich auf hohem Niveau seitwärts. War der Ausbruch über ein doppeltes Hoch beim Silberpreis vom vergangenen Freitag nun also der Startschuss zur nächsten parabolische Explosivphase beim Silber?

Aus saisonaler Sicht wäre das besonders spektakulär, denn mit dem September steht der statistisch gesehen schlechteste Börsenmonat des gesamten Jahres jetzt unmittelbar vor der Tür. Eine parabolische Extremphase beim Silber könnte da viele Investoren auf dem falschen Fuß erwischen…

Umso wichtiger ist für Anleger jetzt der Blick über den Tellerrand: Denn erst bei Betrachtung der saisonalen Faktoren beim Goldpreis erschließt sich die explosive Lage bei den Edelmetallen:

Für einen unmittelbar bevorstehenden Run beim Silber spricht etwa die Tatsache, dass beim Gold Anfang September statistisch gesehen eine der stärksten Phasen des gesamten Jahres beginnt. Sie dauert im langjährigen Durchschnitt bis Mitte Oktober. Achten Sie auf das grüne Rechteck in der folgenden Grafik:

Wie enorm der Rückstand des Silberpreises gemessen am Gold derzeit immer noch ist, das zeigt der sehr langfristige Vergleich der beiden Edelmetalle in der folgenden Grafik.

Die Botschaft ist einigermaßen frappierend:

Um überhaupt erst einmal zum Gold (dunkelgrüne Linie) aufzuschließen müsste das Silber (rosafarben) um rund 150 Prozent zulegen. Das würde einem Silberpreis von etwa 59 US-Dollar je Feinunze entsprechen.

Dass selbst dann noch nicht Schluss sein dürfte, lässt die Entwicklung während der Edelmetall-Hausse von 2009 bis 2011 erahnen: Seinerzeit war das Silber dem Gold weit vorausgeeilt.

Bei einer ähnlichen Entwicklung heute könnten in einigen Monaten dreistellige Notierungen beim Silber anstehen. In einigen Monaten schon? So ist es, denn die parabolische Phase einer Silberpreis-Explosion ist in der Regel „kurz und schmerzlos“. Achten Sie auf den blauen Pfeil in der obigen Grafik.

Was in einem solchen Umfeld mit den Aktien der kleineren und mittelgroßen Edelmetall-Produzenten passieren würde, das muss man nicht näher erläutern…

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass aus fundamentaler, technischer und saisonaler Sicht jetzt vieles für eine bald anstehende spektakuläre Aufwärtsbewegung beim Silber spricht.

Nachdem das „Gold des kleinen Mannes“ seinem „großen Bruder“ lange Zeit mehr oder weniger deutlich hinterhergehinkt ist, könnte das Silber jetzt endlich die Führungsrolle übernehmen und den Goldpreis, wie in der Vergangenheit schon mehrfach geschehen, erneut weit hinter sich lassen…

Der August 2025 könnte somit rückblickend den Auftakt bilden zur ertragreichsten Phase der laufenden Edelmetall-Hausse. Anleger, die noch an der Seitenlinie stehen, sollten sich mit der Thematik jetzt zügig befassen, denn noch ist es speziell im Minensektor für einen Einstieg nicht zu spät…

Mehr dazu in der September-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs…

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